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SCALE #37 Autoren & Fotografen
Cover: Jeremy Clark
GOING GREEN It´s time to come clean. Every business affects nature in one way or another and we are no different. When we conducted a survey of our manufacturing and business processes, we detected great opportunities to do better if we only committed strongly to the task.
We decided to go green and set up clear sustainable goals for our company. We named it ”Clean all the way”.
This means we will do everything in our power to minimise our negative environmental footprint. From the developing and manufacturing process to materials and logistics. It´s a daunting task and it´s easy to get paralysed and end up doing nothing.
We are on a green mission and until now, we´ve managed to produce rods, lines and clothing with significantly reduced environmental impact. We have redesigned packaging and minimised use of plastics, all in favor of nature.
We are not done yet; more is on its way. Read all about our work towards sustainable fly fishing on our website and please join us in the #fightfornature
guidelineflyfish.com |
#guidelineflyfish
Terkel Broe Christensen +++ Sophie Claassen +++ Jeremy Clark Stephan Dombaj +++ Moritz Freudenthal +++ Kenny Frost +++ Goran Grubic´ +++ Paulo Hoffmann Alexander Keus +++ Janne Koivisto +++ Aleksandar Panic´ +++ Thomas P. Peschak +++ Robert Pljuscec Milan Simonovic´ +++ Tomas Sjögren +++ Antonio Varcasia
INHALTSVERZEICHNIS
VON MIT VERLOSUNGEN , SPIELEFAIBLE SOFTBAITS GUIDELINE, MOBY
Editorial 6 Mit an Bord #37 10 Fuck The Virus - gefangen im Jemen • Robert Pljuscec macht das Beste aus dem Lockdown 18 Webwatcher 44 Hasta la victoria siempre • Die Fly Fishing Nation Crew erobert Kuba 48 Hot & Not 82 Auf zu unbewohnten Welten • Antonio Varcasia auf Dante Alighieris Spuren vor Gibraltar 86 Fish, Photo & Fame • Der SCALE Instagram Check 118 Stara Planina • Goran Grubic und Aleksandar Panic zwischen Tradition und Neuzeit 120 Druckfisch – SCALE liest mit • Neues aus dem Hause Dr. Catch 152 Die Gewinner aus SCALE 36 154 Ich glaub ich steh’ im Wald · Tomas Sjögren zeigt uns den finnischen Weg 156 Zahltag 186 Out Cuisine • Moritz Freudenthal hebt den Hornhecht kulinarisch auf ein neues Level 188 Die dänische Macnab Challenge • mit Terkel Broe Christensen auf Lachs und Meerforelle 198 Tie Hard! powered by AHREX 222 Hardbodies & Softcores 226 In der Werkstatt von JAKFISK • Sophie Claassen macht Hausbesuche in Hamburg 242 Sexy Tools & Musthaves 260 284 Fotostrecke: Redfish Diaries von Jeremy Clark Impressum 316


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EDITORIAL
NORMAL IST DAS NICHT Ein Editorial zu schreiben, während sich die Welt prinzipiell in einer Art Schockstarre befindet, ist keine leichte Aufgabe. Beschäftigt man sich als Redakteur eines Angelmagazins nun mit dem Covid19-Szenario oder lässt man das lieber sein? Alle Medienkanäle werden von dieser Thematik ohnehin dominiert und wir möchten unseren Lesern lieber phantastisches Bildmaterial und fesselnde Stories rund um die Fischerei präsentieren. Dies, um ihnen zu helfen, einen Moment aus diesem Wahnsinn zu entkommen und sich in der Schönheit, die die Natur uns bietet, zu verlieren.
nicht. Für uns als Angler war der Lockdown ein besonders entbehrliches Erlebnis. Vielerorts durften wir nicht einmal die Häuser und Wohnungen verlassen. In Deutschland war das Fischen partiell erlaubt, Föderalismus machts möglich und man merkte deutlich, wie gut es den Menschen tat, wenn sie ihrem Hobby nachgehen konnten. Ich selbst ertappte mich dabei, wie ich völlig gedankenverloren am Bach stehend, alle Viren-Szenarien vergessen konnte. Zerstreuung, Muße, wie auch immer zu betiteln, der Aufenthalt in der Natur hilft uns, uns zu erden.
Nun, da der Bezug von Covid19 zur Natur ganz dicht beieinander liegt, kommen wir nicht um eine Erwähnung des Szenarios herum. Viele Stimmen, die wir hören sehnen sich wieder nach Normalität. Ein „normal“ wird herbeigewünscht, im Stillen oder durch lauten Protest und nicht zuletzt sogar mittels Gewalt. Was ist aber dieses „Normal“ eigentlich? War es normal, dass unlängst der amazonische Regenwald in Flammen stand, war es normal, dass wir Bilder von verkohlten Beuteltieren in Australien in den 20 Uhr Nachrichten betrachten mussten? Dies sind nur einige der wenig erfreulichen Szenen, die vor kurzem unseren Einfluss auf den Naturraum deutlich machten. Die Vorfälle häufen sich und treten so kurz hintereinander auf, lösen sich faktisch ab, dass sie gar nicht mehr alle greifbar erscheinen. Wir können das alles vielleicht gar nicht mehr verarbeiten, so flott, wie die Medien über uns hereinprasseln, im digitalen Zeitalter. Fakt ist, dass der Mensch mit seinen Vorstößen in unberührte Naturräume, der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Zerstörung von Lebensräumen dazu beiträgt, dass sich solche Pandemien durchaus häufen könnten.
Wir haben AIDS, SARS und Ebola als Beispiel für den Sprung eines Virus vom eigentlichen Wirt (Tier) auf den Menschen. Virologen und Pandemie-Experten weltweit sprechen davon, dass die Zerstörung alt eingespielter, ökologischer Zusammenhänge durch das Vordringen in bislang ungestörte Lebensräume dazu führen kann, dass weitere Viren auf den Menschen übertragen werden können.
Die Hashtags so mancher Brand Ambassadeurs, Content-Creators und Pro-Staff-Angler, die sonst für weit entfernte „Fishing Destinations“ warben, wurden auf einmal zu #homewater transformiert. Man entdeckte den Fisch vor der Haustüre neu. Ein löbliches Szenario abseits von hochfrequenten Fern-, bzw. Flugreisen, die auch in direktem Widerspruch zum Wunsch nach dem Erhalt von Natur und Umweltschutz stehen. Für uns von der SCALE Redaktion brachte der Lockdown eine horrende Zahl an neuen Lesern mit sich, klar, wer nicht angeln kann und zu Hause festsitzt, träumt zumindest vom Angeln und erfreut sich an hochwertiger, unterhaltsamer Lektüre.
Konsum, Habgier, Macht, Wirtschaftlichkeit. All das führt direkt oder indirekt zur sicheren Zerstörung unseres Planeten, das wissen wir alle. Und genau das ist eigentlich unser aktuelles „Normal“ gewesen, bevor Covid19 uns das Zepter aus der Hand nahm. Das Normal, das eigentlich dazu geführt hat, dass wir einen Lockdown erleben mussten, etwas entbehrlich leben mussten, uns einschränken mussten. Und genau diese Einschränkung ist in den Augen vieler Menschen der einzige wahre Weg aus der globalen Krise. Mehr Verzicht, weniger Konsum, mehr Gewissen und mehr ethische Handlungsweise. Nur ein neues Normal kann langfristig dazu führen, dass wir uns, aber vor allem den Naturraum um uns herum schützen. Wie anfällig wir selbst sind, wenn die Natur sich „alttestamentarisch“ zeigt, zerstörerisch und machtvoll auf ihre Weise, mit Stürmen, Unwettern und Fluten, das haben wir erfahren. Weiterhin provozieren sollten wir solche Vorgänge allerdings
Und damit die Träumerei von Natur und Fischen, von schönen Landschaften, gesunder Nahrung und friedlichem Beisammensein irgendwie normal wird, sollte ganz flott etwas passieren in uns, denn was gerade passiert ist, ist alles andere als normal und irgendwie spielen wir alle eine Rolle in dieser neuen Gegebenheit, die so surreal anmutet wie ein Hollywood-Katastrophenfilm, aber eines bleibt ganz real: Fischen hilft uns den Kopf frei zu kriegen, einen klaren Gedanken zu fassen und all das Schöne um uns herum wert zu schätzen! (Frank Steinmann) Bleibt also gesund, schützt euch und eure Mitmenschen und genießt die Zeit in der Natur!
Eure SCALE Redaktion
redaktion@scale-magazine.com



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IN SCALE #37 MIT AN BORD
ANTONIO VARCASIA Ja, wir können voller Stolz sagen, dass Antonio zur SCALE-Familie gehört wie kaum ein anderer. Er hat uns und unsere Leser schon des Öfteren mit seinen Artikeln und Fotos begeistert und es ist uns eine Ehre, ihn auch in dieser Ausgabe wieder mal präsentieren zu können. Der aus Italien stammende promovierte Veterinär lebt auf der wunderschönen Insel Sardinien, auf der er als Wissenschaftler für die renommierte Sassari Universität arbeitet. Antonio ist ein echter „Fishfanatic“, schreibt für ausgewählte Magazine rund um den Globus, den er bewaffnet mit Kameras und Ruten schon unzählige Male bereist hat. Seine Trips haben ihn an Orte geführt, von denen andere Angler nur träumen können und er hat dabei Fische gefangen, von denen viele gar nicht wussten, dass es sie gibt. Was für ein Glück, dass er neben seinen vielen anderen Facetten ein exzellenter Fotograf ist, denn auch deshalb bekommt man bei seinen Berichten aus der ganzen Welt immer das Gefühl, direkt mit dabei zu sein.
Antonio, der mit „Reality Fishing“ eine eigene Fernseh-Show hat, interessiert sich jedoch nicht nur fürs Angeln. Besonders sympathisch macht ihn, dass er sich auch immer für Land und Leute begeistert und deshalb auch einen Blick für die Dinge jenseits von Rute und Rolle hat. Außerdem ist er ein Befürworter verantwortungsbewusster Fischerei und setzt sein Wissen aus der Forschung in der Fischerei bei einer Reihe von Projekten ein, die sich um den Schutz der Meere kümmern oder sich direkt z.B. mit dem weltweiten Tagging von Dolphin oder Bluefin Thunfischen befassen. Als Angler hat der Sarde so ziemlich überall gefischt und Cabo Verde, Ascension Island, Madagaskar, die Seychellen, Sibirien, Vancouver Island und so ziemlich jedes Land in Südamerika sind nur einige der unzähligen Destinationen, die Antonio bereist hat. In dieser Ausgabe nimmt er uns mit an die Straße von Gibraltar, wo große Meerbrassen, Amberjack und Adlerfische auf ihn gewartet haben.
Mehr Angler, Forscher, Fotograf, Journalist und Weltreisender in Sachen Fisch als Antonio Varcasia geht nicht und wir sagen auch dieses Mal wieder: „Ciao Antonio, schön, dass du dabei bist.“ (Stefan Alt)
www.varcasia.com
www.realityfishing.tv
Photo: www.mojosportswearcompany.com


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IN SCALE #37 MIT AN BORD
STEPHAN DOMBAJ PAULO HOFFMANN ALEXANDER KEUS FLY FISHING NATION Wer hätte gedacht, dass drei ambitionierte Angler aus dem Rheinland die Fliegenfischerszene einmal nachhaltiger prägen als die Erfindung der Wurfschnur? Im Netz feiern über 200.000 Fans die Abenteuer der Vollzeit-Fliegenfischer, Guides, Fotografen und Filmemacher von Fly Fishing Nation. Täglich liefern die Homeboys 100% hausgemachten Content. Immer authentisch, immer direkt, immer ehrlich – dafür manchmal etwas derb. Mit über 70 Länderstempeln im Reisepass gibt es kaum noch eine Pfütze von Köln bis Feuerland, die von Stephan Dombaj, Paulo Hoffmann und Alexander Keus in den letzten 13 Jahren noch nicht befischt wurde.
In dieser Ausgabe schwärmen die Jungs von Fly Fishing Nation von Kuba. Die größte Insel der Karibik bietet für die drei allerdings viel mehr als nur eine hervorragende Salzwasserfischerei. Und Destination-Angler, die es auf einen schnellen Rein-Raus-Gig abgesehen haben, findet man auf ihren Trips mit dem FFN Syndikat ganz sicher nicht. Ihnen geht es vielmehr um das Reisen als Lebenserfahrung und um geteilte Leidenschaften für alles, was vor und nach dem Fischen kommt. Deshalb ist eine Reise nach Kuba ohne ein paar Nächte in seiner bunten Hauptstadt für sie auch undenkbar. Oder um es mit Camilla Cabello zu sagen: „Half of my heart is in Havana, ooh na na.“ (Frank Steinmann)
www.ffnmedia.com


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IN SCALE #37 MIT AN BORD
TERKEL BROE CHRISTENSEN Laut „World Happiness Report“ gelten die Skandinavier als die glücklichsten Menschen der Welt. Quelle für die nordische Zufriedenheit scheint vor allem die Einstellung zu einem aktiven Leben, eng verbunden und im Einklang mit der Natur zu sein. So verbringen die Skandinavier so viel Zeit wie möglich in der freien Natur und legen dabei großen Wert auf einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Wie nicht anders zu erwarten, ist dies auch bei unserem dänischen Autoren Terkel Broe Christensen der Fall und so oft es seine Zeit zulässt, geht er auf die Jagd, zum Segeln oder ist mit der Kamera auf Fotopirsch. Am liebsten ist der hauptberufliche Biologe der Kommune Svendborg natürlich mit der Angelrute unterwegs und da er auf DER dänischen Meerforelleninsel Fünen lebt und arbeitet, hat er wohl den anglerischen Jackpot gezogen.
Aber auch an vielen anderen Locations weltweit konnte Terkel seinen Lieblingsfischen, den Lachsen und Forellen, nachstellen – insbesondere während seines vierjährigen Aufenthaltes auf Grönland.
Aufgewachsen ist der 54-jährige Däne aber im jütländischen Herning – in einer Wassermühle direkt an einem der Nebenflüsse der Karup Au! Und so hat Terkel zusammen mit seinem Freund Kenny Frost für euch die Geschichte einer ganz besonderen anglerischen Herausforderung geschrieben: Fange an einem Tag einen Lachs in der Skjern Au und eine Meerforelle in der Karup Au! Diese Challenge wurde bekannt unter dem Namen „The Danish MacNab“. Die Regeln sind streng definiert und alles andere als einfach: Beide Fische müssen innerhalb eines Tages zwischen 00:00 und 24:00 gefangen werden, also nicht nur innerhalb von 24 Stunden – was die Challenge nicht wirklich einfacher macht! Vielen Dank für diese tolle Story und Hjertelig Velkommen, Terkel und Kenny! (Hauke Barz)
www.vildlaks.dk




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Endlich, nach Jahren des Krieges im Jemen, ist das Land, insbesondere die Inselgruppen von Sokotra, wieder für Besucher geöffnet worden, und ich hatte das Glück, Teil des Wild Sea Expedition Teams, unter der Leitung von Nicola Vitali zu sein, das Sokotra mit einigen fisch-hungrigen Fliegenfischer- und Popper-Klienten besuchte.
Hadiboh – gefangen zwischen Folklore und Plastikmüll Hadiboh, die Hauptstadt der Sokotra-Inselgruppe, war anfangs ein Schock, dieses Gefühl weilte aber nur einen Tag lang. Vom Flughafen ging es direkt in das Restaurant/ die öffentliche Küche, kein Hygienekonzept war hier vorgesehen. Unser Essen wurde auf einem großen Teller, dominiert durch Reis und wenige Stücke Huhn, serviert. Kein weiteres Essgeschirr. Für eine Sekunde dachte ich: „OK, esse ich das mit meinen bloßen Händen?“ Und dann steckte Nicola einfach seine Hand in den Teller, griff einen großen Haufen Reis, sah mich an und sagte: „Sei kein Weichei“, und so legte ich los.
Die Menschen hier sind sehr freundlich, und die Stadt ist sicher, was eines der wichtigsten Dinge ist. Aber hier zu arbeiten ist sehr anstrengend, denn hier herrscht pures Chaos, es mangelt an einer Infrastruktur, die eine zukünftige touristische Erschließung zulässt, und die Müll- und Plastikberge sind sicherlich keine Attraktion, die Touristen anziehen würde.


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Ein weit abgelegener Ort und das Refugium der großen Fische Wir organisierten ein Boot für unsere Reise, die in den nächsten Tagen stattfinden sollte, und holten unsere Kunden ab, um uns auf das offene Meer hinauszuwagen.
Die Wellen waren rau und die Fahrt fühlte sich unruhig an. Das Meer toste die ganze Nacht, die Wellen waren in einem Moment höher als unser Boot, nur um im nächsten Moment im turbulentesten Getöse zusammenzubrechen. Keiner von uns schlief in dieser ersten Nacht auf dem Meer länger als eine Stunde.
Wir kamen in der Morgendämmerung an unserem Zielort zum Fischen an, errichteten ein Strandlager und gingen fischen. Alle Kunden, die zum ersten Mal hier waren, schafften es, ihr PB gleich am ersten Tag zu fangen, aber all diese Fische entsprachen der Durchschnittsgröße für diesen Ort. In den folgenden Tagen ging der Fischfang etwas langsamer vonstatten, aber dennoch wurden einige schöne GTs gefangen, und der Beifang von Gelbflossen-Thunfischen war üblich. Eines Tages wurden wir darüber informiert, dass die Welt wegen der Coronavirus-Situation in den Lockdown versetzt wurde, und wir mussten dementsprechend vernünftig reagieren und in die Hauptstadt zurückkehren.










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Gefangen im Covid-Szenario, der Ausweg: mehr fischen Leider entschied sich die örtliche Fluggesellschaft Yemenia aus irgendeinem Grund schon zwei Tage vor der Rückreise von unserem Lager nach Hadiboh, also noch früher als zuerst angekündigt, abzureisen. Unsere Kunden und wir saßen also hier fest. Für uns war das nicht so schlimm, wir zogen es sogar vor zu bleiben, so dass wir uns dem Fischen und Filmen an diesem Ort widmen konnten. Unsere Kunden, die gerne nach Hause zurückkehren wollten, wussten jetzt allerdings noch nicht, dass sie fast zwei Wochen stationär (und fischend) bleiben würden, bevor sie schließlich nach Abu Dabi abreisen konnten. Also blieben wir.
Die Küstenlinie von Hadiboh ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an denen selektiv auf Papageifisch gefischt wird. Wir spotteten und fingen große gefleckte Grunzer, Nicola landete einen 8 Pfund schweren Bonefish und einer unserer Gäste verlor sogar ein 12 Pfund schweres Exemplar. Wir sahen einige Fotos von Bonefish um die 22 Pfund, die von Einheimischen auf Sardinen gefangen wurden, und große GTs auf die Fliege sind immer eine Option.
Das Potenzial des Spinn- und Fliegenfischens ist hier also hervorragend, wir müssen es nur noch weiter erforschen.
Die Region Sokotra ist eines der letzten erhaltenen, natürlichen Meeresgebiete. Und für mich, einen Fotografen und Fischer, kann ich mir kaum einen besseren Ort vorstellen, an dem ich feststecke, während Covid die Welt in seinem Griff hält.



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WEBWATCHER
Eurofishion Song Contest Ein Song für den Wanderfisch Unsere Freunde von der World Fish Migration Foundation haben sich für dieses Jahr einen besonderen Beitrag zum jährlichen World Fish Migration Day einfallen lassen: Im Rahmen des Eurofishion Songcontests werden alle musikalischen Fischfreunde aufgerufen, ein Lied zum Schutz der weltweiten Wanderfischarten zu komponieren! Dabei ist es egal, ob ihr unter der Dusche, beim Spülen oder im vollausgestatteten Studio singt, jault oder gröhlt! Es geht darum, Aufmerksamkeit in Bezug auf die desaströsen Zustände der weltweiten Fließgewässer und ihre mangelnde Durchgängigkeit zu erregen.
Querbauwerke, wie Dämme und Wasserkraftanlagen verhindern vielerorts, dass Fische ihre angestammten Laichgründe erreichen – das muss sich ändern und dafür steht die World Fish Migration Foundation ein.
Der Eurofishion Song Contest lädt alle ein, bis zum 10.10.2020 ihren Song auf die entsprechende Homepage zu laden. Der Gewinnersong wird zum offiziellen Soundtrack des World Fish Migration Day 2020, der am 24.10.2020 stattfindet.
Also, ran die Klampfe, die Trompete, die Turntables oder das Spinett. Rapper, Barden, Popstars, Metaller und Tenöre dieser Welt, komponiert ein Lied im Namen der stummen Opfer des


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Gewässerverbaus und der Umweltverschmutzung. „Schwimm nicht so weit, mein kleiner Freund“, ist so 80er – das muss weg!
Übrigens – uns von der Redaktion hat ein Beitrag zum Eurofishion Song Contest so gut gefallen, dass wir ihn euch hier vorstellen möchten: „Mazingira yetu“ (unsere Umwelt) ist eine Produktion der Mazingira yetu - Organisation, die darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, denen sich die Flüsse in Kenia durch die Verschmutzung durch feste und flüssige Abfälle gegenübersehen und die das Leben im Wasser stark beeinträchtigt haben.
Das Lied wurde auf Englisch und Suaheli gesungen und richtet sich an die Bevölkerung Ostafrikas. Gesungen wurde es von Lawrence Ochieng und Shamim. (Frank Steinmann)
www.eurofishion.com www.worldfishmigrationday.com
VIDEO PLATZ


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FLY FISHING NATION @theflyfishingnation
ALEXANDER KEUS, STEPHAN DOMBAJ, PAULO HOFFMANN
RUM, MILLE FLEURS & CADILLACS KUBA – MEHR ALS NUR FISCHEN
FOTOS
ALEXANDER KEUS, STEPHAN DOMBAJ
DESTINATION
KUBA
ZIELFISCH
PERMIT, TARPON, BONEFISH, BARRACUDA, SNOOK
WEB
WWW. FFNMEDIA.COM


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Das Thema Kuba wurde in den Fliegenfischer-Magazinen in den letzten Jahren immer und immer wieder durchgekaut. Insbesondere als sich herumsprach, dass die Einreisebedingungen für US-Amerikaner gelockert werden sollten. Für Europäer und Kanadier waren die Flachwassergebiete Kubas seit Jahrzehnten zugänglich, während sie für die meisten Amerikaner lange unerreichbar waren – was aber nicht bedeutete, dass sie für diese gänzlich abgeschirmt waren! Wie sonst könnte man erklären, dass die größten Anbieter der Insel seit langem 60-70% amerikanische Kunden haben, und zwar schon lange vor den vermeintlichen Einreiselockerungen. Hartnäckige amerikanische Fliegenfischer konnten locker innerhalb von ein bis zwei Tagen entsprechende Anträge ausfüllen und legal einreisen – wobei dann humanitäre, religiöse oder soziale Gründe angegeben wurden. Und selbst wenn man den kleinen Schmuggelweg über Mexiko nahm, genügend Bargeld dabei hatte und nicht so blöd war, sich den Reisepass abstempeln zu lassen, war angeltechnisch alles möglich.
Warum Kuba?
Flat-Angler aus der ganzen Welt reisen aus vielen Gründen nach Kuba, das Fischen ist nur einer davon. Wie viele andere Destinationen auf der Welt, bietet Kuba ein hervorragendes Alibi um dem tristen Alltag zu entkommen und seine Zeit an einem exotischen Ort zu verbringen, eine andere Kultur kennenzulernen, seinem Leben ein entspannteres Tempo zu geben. Kuba scheint in dieser Hinsicht eine besondere Anziehungskraft auszuüben. Neben dem boomenden Tourismus fühlt man sich immer noch zurückversetzt in


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die gute alte, von Hemingway beschriebene Zeit.
Kubas Kultur hat zweifelsfrei einen ganz speziellen Charme, leidenschaftlich und mitreissend. Sobald man am Flughafen Jose Marti International gelandet ist und sich auf den Weg nach La Habana Vieja macht, taucht man in eine andere Welt ein. Ruckzuck sitzt man in einem grellbunten Cadillac, knattert den berüchtigten Malecon hinunter, um dann mitten auf der Straße plötzlich anzuhalten und völlig begeistert einer lokalen Straßenband zuzuhören. Ein wenig später findet man sich in einer von Hemingways Lieblingsbars wieder, auf dem Schoß eine frischerworbene Box voller Mille Fleurs und leicht angeschickert vom dritten Daiquiri. Man kommt um all die Klischees gar nicht drum herum und gibt sich dem Treiben hin. Und sind wir ehrlich – sehnen wir uns nicht alle danach? Sich einfach ins Ungewisse stürzen, eine Abwechslung von der monotonen Arbeit finden?
Kuba hat sich in den letzten Jahrzehnten seinen einzigartigen Charme erhalten und ist dementsprechend ein beliebtes Reiseziel für viele Backpacker, Familien und Frischverheiratete. Als aber bekannt wurde, dass für Amerikaner schon bald die Einreisebedingungen gelockert würden, brach hier schon ein wenig Chaos aus. Viele Investoren witterten in dem noch unausgelasteten Hotelgewerbe hohe Einnahmen und der Rest der Welt fürchtete, dass damit der authentische Charme Kubas verloren gehen würde, und sahen sich daher genötigt dem Land einen letzten Besuch abzustatten, bevor die Amerikaner die Insel überfluten und alles verändern würden. Der Hype war deutlich spürbar, auch in der Fliegenfischer-Branche, was sich durch steigende Preise und lange Wartelisten bemerkbar machte.
Und trotzdem... warum gerade Kuba? Die Nähe zur Küste Floridas? Das exotische Flair?


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Was Kuba insbesondere für Angler so besonders macht, ist das Mashup von karibischem Lifestyle, unberührten Flats und intakten Korallenriffen – sie wurden noch nicht in den Boden geprügelt aufgrund Überfischung, Umweltverschmutzung oder Massentourismus. Die Betonung liegt hierbei auf ‚noch’.
Tatsächlich haben Kubas diverse Marine National Parks das kommerzielle Fischen in diesen Gebieten bis jetzt verhindert und ein gesundes Ökosystem geschützt.
Sprich: alle Angler die befürchtet haben, dass die steigenden Touristenzahlen den Druck auf Kubas Fischbestände enorm erhöhen würden, können beruhigt sein – die Regulationen der Nationalparks verhindern das! Es sind auch nur wenige Boote pro Areal zugelassen – mal so einfach rausfahren und ‚doing ya thing‘ (DIY fishing) ist also nicht angesagt. Aber es gibt hier unglaublich viel Wasser zum fischen. Allein das nur für Fliegenfischer ausgeschriebene Gebiet des beliebten Jardines de la Reina-MarineParks ist doppelt so groß wie das gesamte Gebiet der Florida Keys (356 Quadratkilometer ohne die Everglades!). Dennoch darf nur mit einer Gesamtzahl von 32 Ruten in der Woche gefischt werden und wir reden hier nur von einem der sechs Gebiete für Fliegenfischer.
Kurzum: es ist genug Fisch für alle da und man kann sich frei und unstört bewegen.
Das anglerische Gesamtpaket Kubas von tollen, extrem starken Fischen in intaktem Ökosystem gemixed mit dem morbiden, aber farbenfrohen und lebenslustigen 60‘s Style plus der karibischen Lässigkeit ist nach wie vor top.










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Das Syndicate Nachdem wir Kuba schon ein paar Jahre infolge einige Besuche abgestattet hatten, ergab sich bei uns in 2017 die perfekte Gelegenheit einen besonderen Trip dorthin zu planen. Das FFN-Syndicate besteht aus eine Gruppe ausgewählter Mitglieder aus der ganzen Welt, die wir in den letzten Jahren auf unseren Reisen kennengelernt haben. Eine Reihe echter Hardcore-Angler verschiedenen Alters und mit unterschiedlichsten Hintergründen und Erfahrungen. Alles Leute allerdings, denen es nicht um Gewicht und Größe eines Fisches geht, sondern darum eine fantastische Zeit mit Gleichgesinnten zu haben.
Die Idee, so eine Syndicate-Woche im Jardines de la Reina zu verbringen, hatten wir natürlich in einer Kneipe. Noch in derselben Nacht schickten wir diverse E-Mails an unseren engeren Kreis und schon wenige Tage später hatten wir eine Gruppe von Leuten am Start, die es kaum erwarten konnten durchzustarten. Im September schließlich fanden wir uns dann alle in Havanna Vieja wieder, auf dem Dach des berühmten Parque Central um einen großen Tisch sitzend, den Ausblick über die unterschiedlichen Stadtviertel genießend und Angelstories austauschend.
Wir bereiteten uns auf eine lange Nacht in Havanna vor. Es wahr abgefahren: Wir kannten alle, aber unsere Freunde kannten sich natürlich untereinander nicht – einige trafen sich hier zum ersten Mal, ohne zu wissen, dass sie in ein paar Tagen keine Sekunde zögern würden, ein gemeinsames Bad im Krokodil-Gewässer zu


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nehmen. Nur um den Fang eines Babytarpons im letzten Licht eines verregneten Tages zu feiern. Unsere erste Nacht in Havanna setzte eindeutig Maßstäbe für den restlichen Trip: Drinks, Zigarren, gute Typen und eine geile Zeit! So unterschiedlich wir alle waren, wir alle empfanden es als einen wunderbaren Bonus dieses Land auch kennenzulernen und nicht „nur“ zu befischen. Es gibt mittlerweile leider viele Destination-Angler, die das echte Leben vorort nicht wirklich interessiert, straight fischen und sich ansonsten nur in ihren schicken Luxusunterkünften aufhalten.
Permit am Tag, Zigarren und Rum am Abend Der nächste Tag brachte uns bei einer sechsstündigen Busfahrt und einer dreistündigen Fährüberfahrt zu unserer Unterkunft genügend Zeit, einen mittelschweren Hangover zu überwinden. Wir räkelten uns an Deck des Schiffes und betrachteten einen prächtigen Sonnenuntergang zu unserer rechten, danach einen eindrucksvolles Hitzegewitter zu unserer linken, bis schließlich die Milchstraße den Himmel klar erleuchtete. Schon das allein sind tolle Erinnerungen.
Und es gab noch mehr zu bestaunen in den nächsten Tagen – es ist immer faszinierend zu beobachten, wie Gruppendynamiken sich entwickeln, wenn ein gemeinsamer Nenner aus Fremden Freunde macht. Wir alle nahmen den Trip nicht zu ernst, wir wollten einfach miteinander viel Spaß haben. Partnerwechsel in den Skiffs und gemeinsame Fischerei auf Permit am Tag, geteilte Rumflaschen und kubanische


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Zigarren am Abend war unser Standard. Es war herrlich. Nach einer Woche hatten wir zehn Grand Slams und einen Super Grand Slam auf der Uhr. Geschichte wurde gemacht und mit diesem Trip wurde das Fundament für weitere tolle Reisen gelegt.
Nach genau einem Jahr kehrten wir nach Kuba zurück. Wieder in die Jardines de la Reina und wieder mit einem Mix aus neuen und alten Freunden – um wieder mal zu erproben, was eine gutausgewählte Truppe von verrückten Anglern in tropischen Gewässern so ausrichten kann. Der zweite Syndicate-Trip endete mit sieben gefangenen Permits, vier Grand Slams, zwei Geburtstagsparties und einer gebrochenen Nase.
Kuba bleibt also weiterhin ganz oben auf unserer Liste. Nicht nur wegen des Fischens, sondern auch um coole Leute aus der ganzen Welt zu treffen und mit ihnen unsere Leidenschaft und die Art, wie wir sie leben, zu teilen.


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HOT & NOT
Hallo Puff-Angler!
(von Stefan Alt)
Schon diese allseits bekannte Bezeichnung für Menschen, die ihr Glück an Put & Take Forellenseen versuchen, klingt äußerst abwertend.
Das Angeln auf besetzte Fische an dafür extra geschaffenen Teichen wird von vielen mit einer gerümpften Nase goutiert und die bunte Köderknete aus dem Glas oft als Chemiepaste des Teufels verhöhnt. Auch ich erwische mich immer mal wieder, dass ich diese Anglerinnen und Angler leicht belächel. Ist diese arrogante Haltung nachzuvollziehen? Sind „Puff-Angler“ Angler zweiter Klasse? Und warum gibt es so viele Anglerinnen und Angler, die das Fischen an Besatz-Seen so sehr lieben? Haben diese „Forellenpuffs“ eine Daseinsberechtigung? Ein Versuch, der Sache auf den Grund zu gehen ...
Hot
Wenn ich daran denke, wann ich das erste Mal eine richtige Angel in meinen Händen hielt, kommt mir sofort der See einer Forellenzucht in Niedersachsen in den Sinn. Als Kind nahm mich mein Vater, der eigentlich kein echter Angler war, aber das Räuchern und den Verzehr von Forellen liebte, immer mal mit an den besagten See und ich habe viele schöne Erinnerungen daran. Etliche Jahre, in denen mich das Angeln nicht interessierte, vergingen seitdem – bis irgendwann das Interesse wieder aufkam. Und auch da führten mich meine ersten Exkursionen mit Freunden oft an einen besetzten See in Schleswig-Holstein oder sogar für mehrere Tage an die Put & Takes nach Dänemark. Auch daran erinnere ich mich immer wieder gerne. Spannend war das Angeln an dieser Art Seen allemal und das Fangen der „Zirkusfische“, wie sie ein Freund einmmal betitelte, anders als viele vermuten, keine leichte Sache. Da half auch mein farbenfrohes Sortiment des Erfolgsköders PowerBait nur selten. Trotzdem hatten wir viel Spaß und wenn jemand von uns einen Fisch fing, freuten wir uns gemeinsam wie die Schneekönige. Selbst meine Schwester, die eigentlich nicht angelt, kam immer mal wieder mit. Wir liebten es, des den ganzen Tag draußen zu sein und anderen, wenn auch neidisch, dabei zuzusehen, wenn sie einen Fisch fingen. Zu den Besitzern oder Verwaltern dieser Teiche pflegten wir z.T. ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis und der Umgang mit den anderen Angler hatte nicht selten familäre Züge. Man kannte sich ...
An einem dieser Besatz-Seen machte ich meine ersten Versuche mit der Fliegenrute und hier fing ich auch meine ersten Fische auf Fliege. Der See war für Anfänger perfekt, denn die Forellen kamen an einer Kante, die ich mit meiner bescheidenen Wurfweite ereichte, vorbei und ab und an blieb eine hängen. Ich vergesse nie, wie wir die Fische oft direkt am See auf dem mitgebrachten Grill zubereiteten und vor Ort voller Glück verspeisten.
Schöne Stunden verbrachte ich viel später auch mit meinem eigenen Sohn und dessen Freunden an diesen Seen und das Bild, wenn bei einem der Jungs mal ein Fisch an der Rute zappelte, bleibt mir ewig erhalten. Nur an dieser Art von Gewässer hatten die Kinder die Möglichkeit selbst zu angeln, tatsächlich einen Fisch zu fangen und dann auch noch mitnehmen zu dürfen. Irgendwie juckt es mich gerade in den Fingern, mal wieder an einem dieser Seen vorbeizuschauen.
Ja, diese Angelseen haben ihre Berechtigung und sind auch ein Teil meines Anglerlebens ...


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HOT & NOT Not
Wenn ich ans Angeln denke, denke ich an die Küste mit seinen Meerforellen, Wolfsbarschen und Steinbutte. Ich denke an den Wind, den unnachahmlichen Geruch der salzigen See und angespültem Blasentang, den weiten Blick. Oder ich denke daran, wie ich mit der Fliegenrute im hohen Gras voller Hochspannung an einem Fluss entlangpirsche, in der Hoffnung einen steigenden Fisch zu spotten. Ich bin umgeben von Insekten, zwitschernden Vögeln, vielleicht sehe ich einen Biber oder ein Wildtier, das zum Trinken ans Ufer tritt.
An all dies ist beim Angeln an Forellenseen nicht zu denken. Ausnahmen habe ich lediglich in Dänemark gesehen, wo man sich manchmal mehr Mühe gibt, alles etwas natürlicher zu gestalten. Ansonsten liegen diese Seen oft links und rechts von Autobahnen, sind monotone Gruben, aus denen irgendwann mal Erdreich für den Bau der angrenzenden Schnellstraße entnommen wurde. Hier und da ein paar bunte Tupfer im Wasser – aufgeweichte Köderpaste in allen Farben garniert mit Glitzer. Ist der Andrang groß, ist es nicht selten auch die Geräuschkulisse. Es wird gegröhlt, wenn es an der Wasserkugel zuckt und laut gestritten, wenn sich die Schnüre zweier Angler verheddert haben. Musik dröhnt aus den wabernden Boxen der hinter den Anglern parkenden Autos und während sie auf die Pose starren, wird telefoniert. Manchmal riecht es nach Fritierfett, weil der angegliederte Imbiss den Hunger seiner Gäste stillt oder nach Benzin, weil diese ankommen oder wieder fahren. Alle 50 Meter säumen Mülltonnen das Ufer, gefüllt mit Schlachtabfällen, Bierdosen und Schnurresten.
Die Fische? Angeliefert aus dem Zuchtbetrieb, vom Lastwagen über ein Rohr lieblos direkt ins Gewässer gekippt. Vollgefressen mit Pellets und durch die Bank hässlich wie die Nacht. Wenn die beißen, dann aus Verzweiflung. Platte Nasen, zerfledderte Schwanzflossen, blass und hier und da fehlt eine Brustflosse. Zombiefische mit hohem Fettanteil, die ordentlich etwas auf die Wage bringen. Produziert für die „Fleischmacher“ unter den Anglern.
Dann dreht auch noch der Pächter im Auto sitzend seine x-te Runde. Argwöhnisch beäugt er seine Kundschaft.
Ist die gebuchte Zeit abgelaufen? Werden verbotene Köder benutzt oder befindet sich eine Rute mehr als erlaubt im Wasser? Wurden zu viele Fische entnommen ... ?
Nein, diese Angelseen haben mit meiner Art zu Fischen nichts zu tun.
Hier gehöre ich nicht hin ...


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ANTONIO VARCASIA @reality_fishing
LOS SEÑORES DEL ESTRECHO DIE KÖNIGE VON GIBRALTAR
An Spaniens Ufern wir vorüber schossen, An Sardenland, Marokko, und was heiter Vom blauen Meere sonst dort wird umflossen.
Träg ward ich schon und grau wie die Begleiter Da winken Herkules Säulen uns entgegen, Als warnten sie: Bis hierher und nicht weiter!
Sevilla war zur Rechten uns gelegen Und links das Meer, das uns von Ceuta trennte.
Da sprach ich, meine Freunde zu bewegen: „Gefährten, die ihr bis zum Okzidente Mir treu gefolgt durch tausend Abenteuer, Folgt ferner mir auf schwankem Elemente Und lasst uns Neuland richten unser Steuer Der Sonne nach, zu unbewohnten Welten, Solang noch glimmt des Lebens Abendfeuer.
Bedenkt, aus welcher Saat entkeimt wir gelten!
Und strebten wir nach Tugend nicht und Wissen, So dürfte man mit Recht uns Tiere schelten.“ Dante Alighieri Göttliche Komödie; Die Hölle, Gesang XXVI
FOTOS
ANTONIO VARCASIA
DESTINATION
STRASSE VON GIBRALTAR / SPANIEN
ZIELFISCH
ZAHN-/MEERBRASSE, ZACKENBARSCH, AMBERJACK, ADLERFISCH
WEB
WWW.VARCASIA.COM


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Ein wenig außer Atem kam ich am Ende des Pfades an, der sich entlang der steilen Klippen windet und schließlich in die Bucht von Barbate führt. Vor mir baut sich der Torre del Tajo auf und wacht über die Meeresenge Gibraltars, in der sich Geschichte und Legenden vereinen. Die Fischerboote und Handelsschiffe ziehen vorbei, weiter hinten erscheint blass die Küste Marokkos und schemenhaft deutet sich am Horizont das Atlasgebirge an. In diesem Moment kann ich gut nachvollziehen, was Kolumbus und all die anderen Abenteurer empfunden haben müssen, als sie ihre Segel setzten und von den Säulen des Herkules (Ἡράκλειοι στῆλαι) ins Ungewisse aufbrachen. Auch Dante beschrieb schon diesen mystischen Ort – in seiner Göttlichen Komödie schildert Ulysses im „8. Höllenkreis“ wie er die Säulen umschifft und berichtet von seinem eigenen tragischen Ende und vor allem von seiner größten Sünde: seiner anmaßenden Annahme alles Wissen der Welt in sich vereinen zu können.
Jäger am Meeresgrund Es gibt viele Gründe die Straße von Gibraltar zu besuchen und einer davon betrifft natürlich unmittelbar die Fischerei. Zwei gewaltige Wassermassen treffen hier aufeinander, das Mittelmeer und der Atlantik, und dies hat Konsequenzen für die hiesigen Lebensräume, Gezeiten und Strömungen. Der Kanal ist eine wichtige Passage für viele migrierende Fischarten und ermöglicht ihnen den Zugang zum Mare Nostrum, was hier wiederum zu einer extrem abwechlungsreichen Fischerei führt. Das Angeln in der Meerenge ist allerdings sehr herausfordernd, aber gerade deshalb macht es diesen Spot zu einem Ort der Überraschungen und erstklassiger Drills.


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Besondere Popularität genießt die Straße von Gibraltar in der internationalen Angelszene als Hauptpassage der Blauflossenthune und es existieren immer noch 4 aktive Almadrabas (im Meeresboden verankerte, stationäre Fangfallen), nämlich in Conil de la frontera, Barbate, Zahara de los atunes und Tarifa. Aber diese Gegend ist auch ein exzellenter Spot den großen Raubfischen des Meeresgrundes nachzustellen. Und genau aus diesem Grund und dank der Gastfreundlichkeit und Expertise meines guten Freundes Andres Rosado, einem extrem erfahrenen, heimischen Angler, widmet sich dieser Artikel vor allem den vertikalen Techniken mit Natur- und Kunstködern, angewendet auf die am Meeresboden lebenden Jäger der Straße von Gibraltar.
Wo und Wann Geographisch und historisch ist die Straße von Gibraltar wohl einer der signifikantesten Orte der Welt. Das natürliche Umfeld oberhalb des Meeresspiegels variiert entlang der 60 km Küstenlinie ebenfalls stark, und sogar zwischen dem spanischen Tarifa und der Küste von Marokko, am engsten Punkt nur durch neun Seemeilen voneinander getrennt, sind deutliche Unterschiede erkennbar. So auch in der Meerenge selbst – an einigen Abschnitten weist sie beeindruckende Tiefen auf, während es an anderen, zum Beispiel am Übergang zum Atlantik, deutlich flacher ist. Auf der atlantischen Seite lassen die bathymetrischen Messungen eine Tiefe von recht einheitlichen 30 Metern erkennen, auch noch einige Meilen vor der Küste. Verteilt über den Kanal liegen kleinere Unterwasserberge sowie einige gesunkene Schiffe und diese Strukturen sind natürlich Schatzkisten für Angler, die wissen wie man sie findet.


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Eine Reihe von maritimen Phänomenen markieren den Verlauf der Zeit in der Meerenge. Insbesondere auf die Gezeiten soll an dieser Stelle aufmerksam gemacht werden – der Atlantik weist einen hohen Tidenhub aus, was wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Wasserbewegungen im Kanal hat. Diese Bewegungen haben wiederum einen Effekt auf die Oberfläche und insbesondere auf die Wassersäule. Die Gezeiten haben einen enormen Einfluss auf die hiesige Fischerei und sie sollten nicht unterschätzt werden.
Bei Windstille benötige ich für eine 2-3 Meilen lange Drift ca.
10-20 Minuten. Wenn es aber auffrischt und auch noch der Strömungsdruck der Tide hinzukommt, sieht die Sache nochmal ganz anders aus. Nicht zuletzt ist auch der erhebliche (insbesondere kommerzielle) Schiffsverkehr auf der Straße ein wichtiger Aspekt und er muss während des Fischens unbedingt im Auge behalten werden. Die besten Jahreszeiten sind in Gibraltar angeltechnisch eindeutig der Frühling und Herbst und das bedeutet auch, dass das wechselhafte Wetter zu der Zeit einen großen Einfluss darauf hat, ob man überhaupt herausfahren kann – was besonders die abgelegenen Küstenstreifen betrifft.
Wie jetzt?
Eines der Dinge, das mich hier am meisten überrascht hat, war wie viele verschiedene Angeltechniken man in der Straße von Gibraltar anwenden kann. Wie bei mir in Sardinien sieht man die meisten Fischerboote abends und am frühen Morgen auf dem Wasser (im Hafen von Barbate habe ich an einem Wochentag mehr als hundert von ihnen auslaufen gesehen), sie fahren hinaus um Kalmare zu fangen, die hier bevorzugt als Lebendköder verwendet werden. Die anglerische Überraschung beim Angeln in Gibraltar lag für mich in der lokalen Angeltechnik, die sich deutlich von der in den meisten mediterranen Ländern unterscheidet. Natürlich gibt es auch hier Variationen, viele Angler haben ihren ganz persönlichen Stil entwickelt, aber grundsätzlich ist die Technik genau auf den Zielfisch ausgelegt. In der Meerenge benutzen die Fischer Echolote und Plotter um die genaue Position des jeweiligen Spots wiederzufinden und berechnen so die perfekte Drift.









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Die hiesigen Fischer angeln bevorzugt am Meeresgrund mit Livebait an einer Hauptschnur in die ein Blei eingehängt wird – eine Reinterpretation der Tenya-Methode. Die meisten fischen 30/50 lbs Vertikal-Ruten mit Stationär- als auch Multirollen sowie 50 lbs Geflechtschnur und Leader zwischen 70 und 80 lbs je nach Größe der zu erwartenden Fische. Sobald der Köder den Grund erreicht hat, wird er kurz geliftet und zwischen zwei und fünf Metern über dem Meeresboden schwebend gehalten.
Die Strategie der erfahreneren Angler ist ein “Run & Gun” Ansatz der mit einer sehr präzisen Inspektion der Untiefen anfängt. Finden die Angler einen markanten Spot, wird er zielgerichtet befischt und wenn sich aktuell keine beißwilligen Fische einfinden, markieren sie die Stelle und ziehen weiter zum nächsten Spot. Mit dieser Methode können sie verschiedenste, weit voneinander entfernte Spots innerhalb kurzer Zeit befischen ohne es zweimal an der selben Stelle zu probieren. Wenn man solche Entfernungen von mehr als 50 Meilen zurücklegt, sind zwei Dinge wichtig: die Köder dürfen einem nicht ausgehen und man muss den richtigen Zeitpunkt abpassen für die Drift. Die richtigen Momente (aktive Beißzeit) sind die Wechsel des auf- und ablaufenden Wassers und insbesondere der Höhepunkt der Flut. Die Angler hier wissen, dass die Jäger sich jetzt auf Futtersuche begeben. Warum? Weil eine ansteigende Flut natürlich auch die Beutefische aktiver werden lässt, auch sie sind auf Nahrungssuche und generell in Aufruhr wenn der Meeresboden aufgewühlt wird. Dieser Wechsel bringt alle in Stellung: Die Jäger sind bereit zum Angriff, die Angler bereit für einen Biss. Diese diversen vertikalen Techniken sind für die Region typisch: Slow Jigging, Inchiku und vor allem das Angeln mit Softbaits (Vinilos, wie sie hier genannt werden).
Vinilos sind Andres’ Lieblingsköder, als erfahrener Angler schwört er auf sie. Über die Jahre hat er über die Präferenzen der hiesigen Fische so viel gelernt, dass er begann selbst Hard- und Softbaits zu entwerfen. Einer seiner besten Baits ist eine Silikonimitation eines nicht zu kleinen Kalmars, der hier häufig genutzt wird – gerade auch weil die natürlichen Populationen, so wie in vielen anderen


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Gegenden des Mittelmeeres, über die letzten Jahrzehnte stark zurückgegangen sind. Andres Erfahrung und Expertise hat ihn zu einem der führenden Köderhersteller der Region vornehmlich für die Angler gemacht, die diese Techniken anwenden. Irgendwann hat er dann seine eigene Marke etabliert: Jigging a La Carta (JLC). Der Name ist Programm – er vermeidet China-Standardware und möchte den Anglern handgemachte Köder anbieten.
Bucket List Die Fische die in der Straße von Gibraltar leben, unterscheiden sich deutlich von denen des Mittelmeeres. Auch wenn es sich häufig um die selben Arten handelt – auf Grund der heftigen Strömungen und spezifischen Lebensräume dieser Meerenge stehen die Fische konzentrierter auf engerem Raum und sind größer und muskulöser. Die Zahnbrasse (Dentex gibbosus) ist einer der populärsten Zielfische für die Angler in der Straße von Gibraltar. Ebenso häufig findet man verschiedene Arten von Meerbrassen, Zackenbarsche, Amberjack und besonders den Adlerfisch (Argyrosomus regius) am selben Spot.
Letzterer gehört zur Familie der Umberfische (Sciaenidae) und ist eine euryhaline Spezies – das heißt, er ist gegen Schwankungen des Salzgehalts im Wasser unempfindlich, weshalb er nicht nur im Atlantik (besonders zwischen dem Senegal und Ärmelkanal) anzutreffen ist, sondern auch im Mittelmeer. Interessanterweise war der Adlerfisch im Mittelmeer zunächst recht selten zu finden, aber nach und nach breitete er sich in dem wärmer werdenden Gewässer aus.
Und um der Besonderheit dieses Fisches wirklich gerecht zu werden, sollte noch hinzugefügt werden, dass diese Art eine der wenigen ist, die vom Mittelmeer durch den Suezkanal auch ins Rote Meer gelangte. Es gibt unterschiedliche Meinungen über diese Ausbreitung, am wahrscheinlichsten erscheint, dass es mit der Vielzahl und Zunahme der dortigen Zuchtfarmen zusammenhängt.



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Destination Guide Der beste Ort um die Gegend rund um die Straße von Gibraltar zu erleben und befischen ist Barbate. Der Ort liegt am nord-westlichen Teil der Meerenge und ist sowohl in historischer als auch kultureller Hinsicht ein wichtiger Standort, natürlich macht das Barbate auch zu einem, vornehmlich bei Spaniern, beliebten Touristenziel. Dazu liegt die Stadt nicht weit entfernt von Cabo Trafalgar, der Ort an dem am 21. Oktober 1805 die berühmte gleichnamige Schlacht zwischen der spanischen Flotte und Lord Nelson‘s Royal Navy stattfand. Auch im Sinne der Angler ist diese Stadt historisch, sie ist die kulturelle Erbstätte der Almadrabas und des Thunfischfangs, welcher schon seit dem 16. Jahrhundert hier praktiziert wird. Am besten erreicht man Barbate über die Flughäfen von Jerez de la Frontera oder Sevilla – diese werden regelmäßig via RyanAir und Iberia Airlines aus dem europäischen Umland angeflogen.
Das Fischen in der Straße von Gibraltar ist keine einfache Angelegenheit, das Angeln selbst sowie das Navigieren auf dem vielbefahrenen Gewässer sind komplexe D1isziplinen und ich würde davon abraten einfach alleine rauszufahren. Meiner Meinung nach ist es das Beste meinem Freund Andres Rosado oder mir selbst zu schreiben wenn ihr dazu Fragen habt.
Und zu guter Letzt ein obligatorischer Stop für die Gourmets: das Restaurant „El Campero“ in Barbate gilt als die Wiege des andalusischen Thunfischfangs und seiner Zubereitung.
Hasta Luego!
Andres Rosado: www.jiggingalacarta.com
jiggingalacarta@hotmail.com



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DER SCALE INSTAGRAM-CHECK In unserer SCALE Instagram-Kolumne stellen wir euch Menschen und Seiten vor, deren Feed ein Follow wert ist!
Wenn ich aus der Bilderflut von präsentierten Fischen und angelnden Menschen, die meinen Instagram Feed verstopfen, ausbrechen möchte, dann schaue ich bei Thomas P. Peschak vorbei!
Der ist eigentlich Meeresbiologe, hat diesen Job allerdings zugunsten der Fotoreportage an den Nagel gehängt. Thomas fotografiert heute für National Geographic und spielt in Sachen Wildlife in der obersten Liga mit. Egal, ob wir von Unterwasseraufnahmen sprechen oder uns terrestrischen Lebensformen zuwenden, seine Bilder sind spektakulär inszeniert und technisch brillant umgesetzt.
Der Fokus liegt ganz klar auf dem marinen Ökosystem und seinen Bewohnern und somit sind genug Aufnahmen von Fischen zu sehen, die frei schwimmen dürfen, ohne irgendwie inszeniert an Haken und Schnur zu zappeln oder in den Händen von Anglern vorgehalten zu werden. Dies ist die wahre Kunst und Vollendung von Fischfotografie und allemal einen Follow wert. Aber auch alle weiteren Aufnahmen von Meeressäugern, Vögeln und anderen Spezies sind einfach fantastisch anzusehen. Viel Spaß beim Abtauchen und nicht sattsehen können. (Frank Steinmann)

@thomaspeschak
#conservation #underwater #diving #trekking #adventure #wilderness #underwaterphotography #freedive #ocean #conservation #marionisland #globalwarming #southernocean #natgeo #polar



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Astraeus Würde man sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Fluss Astraeus begeben, und wenn man darüber hinaus dort einen Fliegenfischer beobachten könnte, mit einer Rute und Fliege fischend wie vor 2000 Jahren – nun, dann kann man so eine Szenerie unzweifelhaft in Serbien entdecken, in den Flussläufen des Stara Planina (Alter Berg), zuweilen auch Balkangebirge genannt. Das Wort Balkan stammt aus dem Persischen und kann mit ‚hoch über uns’ oder ‚stolzes Haus’ übersetzt werden. Stara Planina liegt nicht weit, nur einige hundert Kilometer entfernt von diesem mythischen, nordgriechischen Fluss, an dem die ersten geschichtlich erwähnten Fliegenfischer gesichtet wurden – diese Gegend und ihre Flüsse kann als die Wiege des Fliegenfischens bezeichnet werden. Die unberührten, naturbelassenen Flussläufe sind noch heute eine Stätte der ursprünglichen Fischgenetik, einer der Gründe warum viele Angler sich von diesem Ort unweigerlich angezogen fühlen.
Die unübersehbare, natürliche Schönheit ist ein weiterer. Die Begeisterung, die sich in einem Fliegenfischer entzündet, wenn er diese magische Gegend zum ersten Mal bereist, hält ewig und sie führt ihn stets wieder hierhin zurück.
Schon in den frühesten Zeiten haben Angler hier mit künstlichen Fliegen gefischt. Stara Planina und seine Flüsse war Zeuge der Entstehung dieser Angeltechnik. Ob dieses uralte Handwerk des Fischens – ausgestattet nur mit dem Zweig eines Haselnussbaums, einem Faden und einem Haken versehen mit geknüpfter Wolle und Federn – wirklich von den Bewohnern dieser Gegend erfunden wurde oder nicht, ist unerheblich.


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Das Fischen mit der Fliege ist eine lokale, uralte Tradition der Einwohner, sie haben bis in die späten 90er, und auch darüber hinaus, immer genauso geangelt und gelebt. Die Tradition hat dem Sog der Zeit widerstanden und selbst die Weiterentwicklung und Modernisierung des Tackles und der Technik konnte ihr nichts anhaben. Nie würden die Menschen der Berge hier diese alte Art des Fliegenfischens aufgeben oder vergessen. Die wird erst mit dem letzten, echten Bergangler verschwinden.
Stara Planina, der Mensch im Einklang mit der Natur Seit Anbeginn der Zeiten fließen die Wasser des Toplodolska und Dojkinačka von den Höhen der Stara Planina hinab, durch roten Sandstein hindurch, hinunter zur Schlucht von Pakleštica, wo sie das Flussbett aus weißem Kalkstein auswaschen. Ebenso lange hat sich das Fliegenfischen hier etabliert – eine Technik, die schon immer in kreativer Weise versuchte ein lebendes Insekt zu imitieren, gedacht für hungrige Forellen, die aus einem Pool oder einer Stromschnelle hervorschießen um die Fliege zu attackieren.
Von Generation zu Generation wurde dieses Wissen um das Fliegenfischen weitergegeben, konstant weiterentwickelt und angereichert durch die Erfahrung und den wachen Geist der Bergbewohner. Eine weiterer, unschätzbarer Wert wird hier bewahrt: Während einer wissenschaftlichen Untersuchung der mitochondriellen DNA, wurde der Stamm von vorzeitlichen Bachforellen entdeckt, was den Stara Planina und die nähere Umgebung vermutlich zu der Geburtsstätte einer ganzen Spezies macht.


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Die Menschen hier sind schon immer verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt umgegangen, auch ohne die wissenschaftliche Disziplin der Ökologie zu kennen. Seitdem sich die ersten Siedler hier niederließen, lernten sie ihre Umwelt mit allen Pflanzen, Säugern und Fischen zu teilen, eine Gratwanderung zwischen dem Nutzen und Erhalten der natürlichen Ressourcen. Alles was sie im Gebirge erschufen, war im Grunde ein Update der Natur selbst, nie wurde der Originalzustand der Flüsse verändert. Das Fliegenfischen selbst ist Teil dieser nachhaltigen Lebensweise in reiner Perfektion, die keiner Veränderung bedarf. Die erste revolutionäre Idee der Insektenimitation hat hier ihren Bestand in purer Form und seit den Zeiten des Astraeus blieb sie unberührt vom industriellen und technologischen „Fortschritt“.
Die Gefahren der Neuzeit Natürlich ist der Fortschritt trotz allem nicht spurlos an dieser Gegend vorübergezogen.
Die Einführung einer Pseudo-Demokratie mit einer rigorosen Marktwirtschaft bedeuteten wesentliche Herausforderungen für Stara Planina. In den letzten 30 Jahren wurden die traditionellen, umweltschonenden Lebensweisen immer mehr in Frage gestellt. Die Abholzung der Wälder schritt voran, ebenso wie der Bergbau mit dem Abbau bestimmter Mineralien. Obwohl Stara Planina als Naturpark durch das Gesetz geschützt sein sollte, wurde die Gegend weiter hemmungslos ausgebeutet. Schließlich waren die Wälder und Rohstoffe diesen Ausbeutern nicht mehr genug: Der Bau von Wasserkraftwerken begann.










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Die Neue Elite – korrupte Regierungsvertreter, Hand in Hand mit sogenannten Investoren – witterten frische Beute und längst vergessene Pläne und Projekte, Mitte der 80er-Jahre entwickelt, zur „Bereicherung“ aller serbischen Flüsse mit Wasserkraftwerken wurden aus der Schublade geholt. Technisch gesehen verwandeln diese Kraftwerke die Flüsse in kilometerlange Pipelines. Diese Maßnahmen entziehen den Flussbetten das Wasser, sie sind gekennzeichnet von sträflicher Vernachlässigung des Ökosystems und dies alles wird gestützt von der Regierung unter dem Denkmantel „Grüne Energie“. Diese Art von Energiegewinnung ist allerdings wenig effizient, weshalb alle Projekte auch noch großzügig subventioniert werden. Mit anderen, zurecht drastischen Worten: Die serbische Regierung hat die einzigartige Flusslandschaft des Stara Planina zum Abschuss freigegeben. Die schiere Zahl der geplanten Kraftwerke würde das gesamte Ökosystem der Bergflüsse zerstören.
Die Antwort Mit dem nahenden Beginn der Bauarbeiten stiegen auch die Unmutsbekundungen der Bergbewohner. Sie sahen ihre natürliche Heimat bedroht und begannen zu protestieren. Noch nie wurde eine solche Bedrohung in Serbien (oder anderen Balkanstaaten) mit so viel Protest beantwortet. Mehrere selbstorganisierte, ökologische Gruppierungen vereinten sich zu einer Organisation: ORSP – Odbranimo reke Stare Planine (Beschützt die Flüsse des Stara Planina!). Die Notwendigkeit einer solchen Formierung war einfach offensichtlich und demententsprechend groß war der Andrang. Beworben wurde der Widerstand auf Facebook und Instagram und schon in den ersten Wochen wuchs die Gruppe rasant und hatte schnell mehr als 10.000 Mitglieder, aktuell sind es fast 100.000. Aus allen möglichen Teilen Serbiens kam Unterstützung: Locals, Wissenschaftler, Bergsteiger und Kletterer, Profisportler, Prominente – sie alle versammelten sich


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um dieses Ziel und unterstützen die ORSP. Seit zwei Jahren besteht diese Organisation, wurde von unabhängigen Journalisten, Künstlern und einigen Mitgliedern der akademischen Community anerkannt und erhielt bereits verschiedene Auszeichnungen. Die ORSP wurde als nicht-politische Organisation gegründet und blieb es auch bis heute.
Friedliche Proteste gegen die Wasserkraftwerke werden auf legaler Grundlage gegen lokale, korrupte Politiker abgehalten und ebenso friedlich werden schweres Gerät und Baustellen blockiert. Manchmal allerdings eskalierten diese Proteste auch in Auseinandersetzungen mit der Polizei oder mit den privaten Sicherheitsdiensten der „Investoren“.
Aktuell Ein Fortschreiten der Bauarbeiten wurde vorerst aufgehalten und das Fortbestehen des Flusssystems am Stara Planina scheint zunächst gesichert. Aber die Proteste müssen weiter gehen und die Menschen, die sich im Widerstand vereint haben, sind noch immer auf der Hut. Wasserkraftwerke werden auch in anderen Bergregionen Serbiens gebaut und zerstören die dortigen Ökosysteme, bevorzugt dort wo keine Mehrheit dagegen steht und sich Protest formiert – in Serbien, Bosnien-Herzegowina, Albanien und Mazedonien gehen immer mehr Flusssysteme durch die monströsen Pipelines der Wasserkraftwerke verloren. Der Berg der alten Erinnerungen aber steht als stolzes Beispiel an der Frontlinie der Proteste.


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Prof. PhD Goran Grubić
wurde 1955 in Belgrad, der Hauptstadt Serbiens, geboren und verbrachte dort auch die meiste Zeit seines Lebens. Der Professor lehrt an der Universität für Landwirtschaft in Belgrad, Physiologie und Tierernährung. Auch er ist ein leidenschaftlicher Fliegenfischer, der sein Leben der wissenschaftlichen Erforschung der einheimischen Fauna gewidmet hat, er bildet zusammen mit Aleksandar Panić ein Duo, das eine Vielzahl von Artikeln und Büchern über das Fliegenfischen und Fliegenbinden geschrieben hat.
Aleksandar Panić wurde 1962 in Pirot geboren
und ist auch in dieser Region aufgewachsen, worauf die Stara Planina stolz ist. Er ist ein leidenschaftlicher Fliegenfischer und und lernte alles, was es über die Natur zu wissen gibt, während er seine Heimat - das einzigartige Ökosystem von Stara Planina - erkundete.
All sein Wissen verdankt er der traditionellen, uralten Lebensweise. In den letzten drei Jahren widmete er seine gesamte Zeit dem Schutz von Stara Planina vor der Gier und dem Wahnsinn des Kapitalismus. Er ist einer der Köpfe der ORSP-Bewegung.
Odbranimo reke Stare Planine auf Facebook



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DAS ETWAS ANDERE ANGELBUCH Druckf(r)isch
SCALE L IEST MIT
DR. CATCH / TOBIAS NORFF: BARSCH – ANGELN MIT KUNSTKÖDERN
So gewöhnlich der Titel BARSCH - ANGELN MIT KUNSTKÖDERN auch erscheint, der 256 Seiten starke Inhalt ist es mitnichten! Dr. Catch bleibt seiner Linie treu und serviert analog zur Website www.doctor-catch.com auch auf Papier alle Infos leicht verdaulich. Textwüsten, viel Blabla und ellenlange Erlebnisberichte ohne Informationsgehalt sucht man vergeblich. Hier regieren Bildwelten, geben zahlreiche Grafiken ihre Inhalte auf einen Blick preis und führen Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum schnellen Erfolg. Autor Tobias Norff lässt dabei nichts aus, was der moderne Spinnfischer im Köcher haben sollte. Alle gängigen Ködertypen und Methoden werden leicht verständlich erklärt und erschließen sich auch weniger versierten Anglern. Super hilfreich: Zu Beginn eines jeden Köder- oder Methoden-Themas gibt es eine Grafik mit den empfohlenen Einsatzgebieten. Auf einen Blick erkennen wir, ob der Köder oder die Montage z.B. zum Angeln im Kraut geeignet ist, welche Tiefe sich damit befischen lässt und ob man damit eher aktive oder passive Barsche ans Band locken kann. BARSCH - ANGELN MIT KUNSTKÖDERN ist ein Lehrbuch! Klingt staubtrocken? Keine Sorge: Auch in den kurzen Texten blitzt immer wieder der Sprachwitz des Autors auf, gibt es die eine oder andere Anekdote zu entdecken. Auch wenn dieses Buch bis unter den Umschlag vollgeballert ist mit Angelpraxis, weiß es durchaus zu unterhalten. Nicht zuletzt machen die vielen und vor allem hochwertigen Bilder das Durchblättern zum Genuss.
Einen Haken hat BARSCH - ANGELN MIT KUNSTKÖDERN dennoch: Es macht einfach mega Bock auf Barsch und liefert gleichzeitig mehr als 120 gute Gründe, seinen Geldbeutel zu erleichtern – in Form konkreter, markenunabhängiger Köderempfehlungen, die es passend zu jedem Köder-/Methoden-Thema gibt. Es bleibt also vermutlich nicht bei den übrigens absolut gerechtfertigten 29,95 € für dieses hochwertige Hardcover-Buch. Ausgaben für Köder werden nach der Lektüre folgen – garantiert! (Stefan Alt)

 Online gibt es die Barsch-Bibel aus der Angelpraxis von Dr. Catch hier:
www.doctor-catch.shop


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GEWINNER/INNEN
SO EIN GLÜCK ABER AUCH!
In diesen vom Virus beherrschten Zeiten freut man sich ja über jeden Lichtblick. Für viele fiel der Auftakt der Angelsaison buchstäblich ins Wasser und so wurde in Ermangelung von schönen Frühjahrsfängen jeder Herstellerkatalog und alle einschlägigen Online-Shops nach den neuesten Musthaves durchforstet, um das ohnehin schon stattliche Tackle-Reservoir aufzufrischen – man will ja schließlich gewappnet sein! Dabei sind wir natürlich gerne behilflich und können so manchem unserer Leser ein wenig unter die Arme greifen. Hier sind sie also, die Gewinner unserer letzten Ausgabe:
Jeweils eine WILEY X Captivate Polarisationsbrille
Tibor Klampar Michael Witt Debbie Winder Jan Uhlhorst Rafaela Ramos Jeweils ein 3 RAIDZAP Set
Jörg Bendner Mikael Larsson Celine Blanc Jeweils eine FLIEGENBOX von Aleksandar Vrtaric
John Harden Sven Reichert Brynja Einarrdóttir



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Der übliche Wahnsinn Der Wecker klingelt zur unchristlichen Zeit um 4:30 morgens und ich quäle mich aus dem Bett – vor mir liegt eine weite Anfahrt zu meinem Gewässer. Das Auto habe ich bereits am Abend zuvor bis unters Dach vollgestopft und das Kajak ist sicher vertäut auf dem Dach. Die Sonne ist bereits aufgegangen, ich bin dann doch später dran als geplant – ich drücke das Gaspedal durch, schließlich will ich auf dem Wasser sein bevor die morgendliche Beißzeit vorüber ist. Leider übersehe ich die 30er-Zone und der freundliche Polizist drückt mir einen Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit in die Hand.
Endlich am See angekommen, muss ich missmutig feststellen, dass die Batterie meines Echolotes noch munter in meiner Garage vor sich hinlädt und zu allem Übel habe ich wohl auch die Köderbox mit meinen Lieblingsbaits vergessen einzupacken. Leicht irritiert und genervt fische ich mich durch den Tag, ohne etwas Nennenswertes zu fangen, bin aber felsenfest davon überzeugt, dass es morgen besser laufen wird und ziehe das Ganze am nächsten Tag wieder genauso durch ...
Es geht auch anders So in etwa sahen meine Angeltage für viele Jahre aus – bis ich langsam anfing zu begreifen, dass es Alternativen und eine deutlich entspanntere Art und Weise gibt ,meinem Lieblingshobby nachzugehen.


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Als unermüdlicher Angler geht man ja ohnehin beinahe täglich fischen, warum sich also nicht gleich am Wasser einrichten, anstatt der mühseligen Prozedur des Aufstehens und Anreisens mitten in der Nacht, für nur einen Tag?
Als ich irgendwann damit anfing Angeln und Camping miteinander zu kombinieren, war ich zunächst eigentlich nur darauf aus die „Netto-Angelzeit“ zu maximieren, aber mittlerweile geht es mir viel mehr um die relaxte Zeit drumherum.
So ein entspannter Start in den Tag entschleunigt ungemein, es besteht ja überhaupt kein Grund mehr, sich abzuhetzen um mit dem ersten Licht auf dem Wasser zu sein. Ich genieße in Ruhe den frischen Kaffee am Ufer und beobachte die ersten kleinen Fische, die auf Nahrungssuche umherstreifen – inmitten der Natur, ohne Zeitdruck und am besten noch in guter Gesellschaft eines Freundes.
Es gibt einfach keinen besseren Start ins Wochenende, als direkt nach der Arbeit auf eine kleine Insel oder an einen See zu fahren, das Camp aufzubauen, ein Lagerfeuer zu entzünden und wenn alles getan ist, einfach dazusitzen, der Stille zu lauschen, lediglich unterbrochen vom „phiiiiist“ wenn man sein Kaltgetränk öffnet – der ganze Stress der Woche erscheint plötzlich unendlich weit weg.











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Der finnische Weg Häufig hat man ja zunächst durchaus auch unangenehme Assoziationen, wenn man ans Campen denkt – kalte und schlaflose Nächte, schlechtes Essen, ohne Ende Mücken und die omnipräsente Feuchtigkeit, die alles durchdringt und klamm werden lässt. Das habe ich natürlich anfänglich auch so empfunden, habe dann aber schnell festgestellt, dass das moderne Camping-Equipment heutzutage deutlich besser ist, als noch in meiner Jugend. Es gibt einige Faktoren, die einen erheblichen Unterschied zwischen einem guten und schlechten Outdoor-Tag ausmachen – die erste Bedingung für einen gelungenen Trip ist definitiv ein guter Schlaf. Hierfür ist ein hochwertiger, gefütterter und gut isolierender Schlafsack unabdingbar. Meistens schlafe ich in einer Hängematte neben dem Zelt, die lässt sich eigentlich in jedem Terrain installieren – an sonnigen Tagen nehme ich die Schutzabdeckung ab und kann so, mit Blick auf den Sternenhimmel, tiefenentspannt einschlafen.
Unsere Kajaks sind gut ausgestattet, um sie mit allem Möglichen zu beladen und so braucht man keine Zeit des Überlegens verschwenden, um nur das essentiell Nötigste einzupacken – zumal es auch nicht wirklich viel braucht um in der Natur wie ein König zu leben. Ich schlafe sicher und warm in meiner Hängematte, bereite mir am Feuer ein köstliches Mahl meines gefangenen Fisches, zusammen mit einigen Pilzen aus dem Wald zu, dazu ein leckerer Nachtisch aus Blaubeeren und abschließend eine Tasse frisch gebrühten Kaffees.
So einfach und so gut, oder? Ich suche mir gerne Plätze aus, die man nur mit dem Boot erreichen kann und weit entfernt von der Zivilisation liegen.
Aber wer es gerne etwas komfortabler mag:


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Finnland bietet viele, kostenlos verfügbare Nationalparks mit kleinen Hütten, Feuerstätten und benötigtem Holz, sowie sanitären Einrichtungen. Ich bin aber lieber unabhängig, erkunde auch gerne mal neue Gegenden und Seen und bevorzuge somit eher mein eigenes kleines Camp.
Hauptsächlich fische ich im südlichen Teil Finnlands, auf dessen vielen kleinen Inseln oder an einem der Tausenden von Seen. Unsere Angelsaison beginnt üblicherweise im April, wenn das Eis zu schmelzen beginnt und endet im Dezember mit Beginn des strengen Winters. Temperaturen unter null Grad sind mit adäquatem Equipment für solche Outdoor-Trips auch kein Problem, eines muss ich aber aus Erfahrung klar sagen: Kajaks sind keine geeigneten Eisbrecher! Zu Beginn der Saison befische ich vornehmlich die Hechte, die sich langsam in die flacheren Abschnitte zum Laichen aufmachen.
Danach beginnt die Hauptzeit für Zander und im Sommer widme ich mich den Barschen, bis schließlich im Herbst, mit fallenden Temperaturen, wieder die Hechte in den Fokus rücken und abschließend der jährliche Zyklus mit Einsetzen des Winters endet und alles mit einer dicken Eisschicht bedeckt ist.



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ZAHLTAG
175.000 ... Geschmacksknospen besitzt ein großer Wels maximal. Zum direkten Vergleich: wir Menschen bringen es gerade mal auf etwa 10.000 und behaupten mit dieser mickrigen Anzahl Gourmets, Food Blogger oder gar Sternekoch zu sein! Bäh, denken sich da die Welsartigen, die die höchste Konzentration von Geschmacksknospen natürlich entlang ihrer Barteln vorweisen, aber auch am restlichen Körper sind die Siluriformes, wie sie auf Latein heißen, und etwa 3390 Arten stellen, mit den Sinneszellen ausgestattet, die ihnen helfen, Molekülstrukturen ihrer Nahrung im Wasser zu erkennen. Somit finden sich die Welsartigen auch im trüben, schlammigen Wasser bestens zurecht oder fangen ihre Beute in dunkler Nacht sicher und zielgerichtet. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Welse ihre Beute zwar ohne visuelle Hilfe fangen können, dass sie ohne funktionierende Geschmacksknospen jedoch nicht in der Lage sind, sich normal zu ernähren.
Und mal am Rande erwähnt, das Tier mit der geringsten Anzahl an Geschmacksknospen ist das Huhn, es bringt es gerade mal auf 24! „Tastes like chicken?“ Vielleicht, geschmackvoll ist das dann aber nur bedingt. (Frank Steinmann)


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MORITZ FREUDENTHAL
HORNHECHT DER FISCH DER TAUSEND NAMEN


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Wenn man von Hornhecht, Hornfisch, Hornie, Hornette, Mini Marlin, Alulatte oder Hornpiper spricht, ist eigentlich jedem Angler klar, um welche Fischart es sich handelt. Jedes Jahr im Mai, wenn der Raps die ersten Blüten öffnet, beginnt auch traditionell die Hornhechtzeit an der Ostseeküste. Für mich als passionierten Meerforellenangler, bedeutet dies allerdings eine „Zwangspause“ einlegen zu müssen. Natürlich ist es weiterhin möglich, zwischen den paarungswilligen Hornhechten auch die eine oder andere Meerforelle zu erwischen. Jedoch machen es einem die Langschnäbel mit der türkisen Mittelgräte dann echt nicht leicht, an sie heran zu kommen.
Gezielt auf Hornhecht zu fischen ist natürlich auch eine gute Alternative und definitiv eine wirklich spaßige und kurzweilige Angelegenheit. Insbesondere an der leichten #5er oder #6er Fliegenrute macht so ein Mini Marlin richtig Laune. Eine weitere Methode ist das Spinnfischen mit schlanken Meerforellenblinkern. Dabei gibt es 2 Tricks, um bei der Bissverwertung einiges an Boden zu gewinnen, denn die Hornies nibbeln gern mit Ihren langen, knöchernen Schnäbeln am Köder und der Anhieb geht häufig ins Leere. Zum einen kann man die Silkekrogen verwenden – dies ist ein spezielles Garn, in dem sich die winzig kleinen Zähne der Hornhechte wunderbar einhaken und sich verheddern. Das Garn befestigt man einfach an Stelle eines Drillings am Sprengring. Zum anderen kann man zwischen Köder und Drilling ein ca. 3-5cm langes Stück Mono Schnur setzen.
Durch den Abstand des Hakens, kann der Hornie wie gewohnt am Köder nibbeln, aber die Chance, dass er dabei den Drilling erwischt, ist durch das flexible Stück Monofil deutlich höher.
Mein Tipp: Wenn man Meerforellen und Hornhechte gleichermaßen am Spot vermutet, sollte man sich immer für einen Drilling oder Einzelhaken entscheiden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet die wohl effektivste Methode – das Fischen mit Sbirolino, Einzelhaken und Fischfetzen. Dazu benötigt man eine lange Spinnrute, einen 30g Sbirolino, 1,5m Fluocarbon und einen recht großen Einzelhaken (zum Beispiel Plattfisch- oder Wurmhaken) und natürlich Fischfetzen.


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Am allerbesten eignet sich dafür tatsächlich Hornhechtfilet.
Klingt erstmal komisch, ist aber so. Das Filet der Hornetten hat die perfekte Form, es glänzt ganz wunderbar und vor allem ist die Haut recht zäh und bleibt somit auch bei weiten Würfen sehr gut am Haken.
Als Speisefisch genießt der Hornhecht durch seine vielen grünen Gräten einen eher schlechten Ruf. Auch ich als Profikoch und Meerforellenliebhaber habe lange Zeit einen großen Bogen um die Jungs gemacht. Doch vor ein paar Jahren durfte ich für einen ehemaligen Lehrmeister und Spitzenkoch das Catering für dessen Hochzeitsfeier ausrichten und er hatte sich tatsächlich geräucherten Hornfisch dazu gewünscht. Somit war ich „gezwungen“ mich etwas intensiver mit den Alulatten zu beschäftigen. Und tatsächlich, die Dinger waren wirklich lecker!
Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr unterschiedliche Rezepte zustande und eines davon möchte ich Euch heute verraten – ein Rezept für grätenfreien Hornpieper Genuss.
GRILLFACKEL VOM HORNHECHT Zutaten: 2 Hornhechte 1TL Fischgewürz oder BBQ Rub 1EL Pflanzenöl 8 Holzspieße Zubereitung: Die Hornhechte müssen zunächst ausgenommen und entschuppt werden. Das lässt sich ganz einfach direkt am Strand erledigen. Mit einer Hand voll Sand im Spülsaum lassen sich die Schuppen wunderbar abrubbeln. Nun zum Filetieren – so wie man es von allen anderen Fischen kennt, lassen sich auch Hornhechte mit 2 Schnitten entlang der Mittelgräte recht einfach filetieren. Da der Hornhecht viele Gräten hat, kommen wir nun zum Trick der Vorbereitungen für die Grillfackeln. Man schneidet vorsichtig entlang beider Seiten der kleinen Gräten, die sich mit-


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tig im Filet befinden. Von ganz vorne bis hin zum Schwanzende – aber Vorsicht – dabei nicht die Haut durchtrennen, sondern nur das Filet bis auf die Haut einschneiden. Nun kann man das Grätenstück am Kopfende lösen und wie einen Reißverschluss bis zum Schwanzende herausziehen. Zuletzt schneidet man das Filet x-förmig mit feinen Schnitten bis auf die Haut in etwa 0,5cm Abständen ein. Nun kann man die Filets mittig schräg halbieren und von der Fleischseite mit der Gewürzmischung einreiben. Die gewürzten Filets an einem Ende auf einen Spieß stechen, wie eine Spirale um den Spieß drehen und am anderen Ende ebenfalls aufspießen. Bevor es auf den Grill geht, noch mit etwas Öl einpinseln.
Auf dem Grill von allen Seiten knusprig grillen. Wer unsicher ist, wann der Fisch gar ist, kann ganz einfach mit einem Zahnstocher oder einem Spieß in das Filet stechen. Wenn der Spieß ganz ohne Widerstand durch das Filet gleitet (fast wie bei einer Kartoffel), ist der Fisch in jedem Fall gar.
Mein Serviervorschlag - Hornhecht Kebab Grillfackeln vom Spieß, direkt ins knusprig gegrillte Fladenbrot, ziehen und mit Coleslaw und Tzatziki vollenden.
FREUDE´S COLESLAW Zutaten für 4 Portionen: ¼ Weißkohl 2 Möhren ½ Apfel 1 TL Salz 1 EL Zucker 200g Mayonnaise 1 EL Apfel- oder Weißweinessig Evtl. etwas Milch/Buttermilch oder Joghurt zum Verdünnen.
½ rote Zwiebel 1 Lauchzwiebel 3 Stängel Petersilie Saft einer halben Zitrone Salz/Pfeffer/Zucker zum Abschmecken


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Zubereitung: Kohlkopf mit einem Hobel oder mit dem Messer in sehr dünne Streifen schneiden. Möhre und Apfel schälen und mit einer Reibe grob raspeln.
Alles zusammen in einer Schüssel mit Salz und Zucker vermengen, kräftig durchkneten und eine gute Stunde ziehen lassen. Währenddessen kann man die Rote Zwiebel schälen, halbieren und in ebenfalls sehr feine Streifen schneiden. Lauchzwiebel in feine Ringe und Petersilie in feine Streifen schneiden.
Wenn das Kraut schön durchgezogen ist, sollte man es mit beiden Händen kräftig ausdrücken und die Flüssigkeit in einer separaten Schale auffangen. Das nun gut ausgedrückte Kraut mit den restlichen Zutaten vermengen und mit Zitronensaft, Salz, Zucker und Pfeffer aus der Mühle abschmecken. Wer den Salat etwas leichter mag, kann nun noch etwas Joghurt oder einen Schuss Buttermilch hinzufügen.
www.moritz-freudenthal.de


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TERKEL BROE CHRISTENSEN KENNY FROST
DIE DÄNISCHE MACNAB CHALLENGE LACHS UND MEERFORELLE AN EINEM TAG
FOTOS
T. B. CHRISTENSEN, K. FROST
DESTINATION
KARUP UND SKJERN / DÄNEMARK
ZIELFISCH
LACHS UND MEERFORELLE
WEB
WWW. VILDLAKS.DK


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Fange an einem Tag einen Lachs in der Skjern Au und in der Karup Au eine Meerforelle – diese besondere Challenge wurde bekannt unter dem Namen „The Danish MacNab“. Die Regeln sind streng definiert und alles andere als einfach: Beide Fische müssen innerhalb eines Tages zwischen 00:00 und 24:00 gefangen werden, also nicht nur innerhalb von 24 Stunden – was die Challenge nicht wirklich einfacher macht!
Ursprünglich ist die MacNab Challenge eine schottische Tradition und wird dort häufig auch als „Jägertriathlon“ bezeichnet – zwischen Sonnenauf- und untergang muss der Jäger hierbei nicht nur ein Reh und zwei Moorhühner geschossen haben, sondern zudem auch noch einen Lachs fangen. Auch wir Angler stecken uns gerne ambitionierte Ziele und zumeist ist dies wohl der Traum vom Überfisch, dem Fang des Lebens. Aber natürlich gibt es auch noch andere Herausforderungen, die nichts mit der Größe eines Fisches zu tun haben. Die dänische MacNab ist so eine Challenge und bringt auch die erfahrensten Angler ans Limit. Wie bei jeder Challenge, braucht man auch dafür eine gehörige Portion Glück sowie Ausdauer und nur so wird man es schaffen, einen Skjern-Lachs und eine Meerforelle aus der Karup Au zu landen – und dies auch noch an einem Tag.
Verdammt nah dran – aber leider keine Zigarre!
Ich habe diese Challenge selbst immer wieder versucht, aber nie wirklich geschafft – auch wenn ich vor ein paar Jahren schon einmal sehr nah dran war.


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An der Skjern Au war ich an dem Tag bereits erfolgreich und machte mich gegen Abend, mit einem schönen Lachs im Gepäck, auf zur Karup Au. Hier passierte absolut nichts – bis sich kurz vor Mitternacht plötzlich eine Bugwelle hinter meiner Fliege erhob, diese an Geschwindigkeit aufnahm und ein vehementer Biss folgte.
Fish on! Auch wenn es kein großer Fisch war – ich war augenblicklich elektrisiert und der Anblick der etwa zwei Pfund schweren Meerforelle im Netz war zu schön, um wahr zu sein. Überglücklich und dankbar setzte ich den Fisch nach einem kurzen Foto zurück ins Wasser.
Ich wusste, dass es schon ein bisschen spät war, aber trotzdem musste ich unbedingt meine Erleichterung und mein Glück teilen und rief Bo Fomsgaard an, den Mann der den Namen Danish MacNab mehr als jeder andere geprägt hat. Bo liebt es, sich solche speziellen Herausforderungen auszudenken und und er hatte bereits diese ultimative Challenge nicht weniger als sechs Mal gemeistert.
Glücklicherweise ging er ans Telefon und hörte sich geduldig an, wie ich erklärte, dass ich nun endlich als Mitglied in dem exklusiven Klub derjenigen aufgenommen werden könnte, die einen Lachs und eine Meerforelle an einem Tag fangen konnten.
Dann fragte Bo fragte mich etwas, dass ich nicht sofort verstand: „Du sagst, du hättest die Forelle vor ein paar Minuten gefangen?“


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„Yeah, vor ’nem Augenblick habe ich sie released!“ „Nun ja, dann hast du den Lachs und die Forelle aber nicht innerhalb eines Tages gefangen – es ist Viertel nach zwölf.“ Verwirrt versuchte ich meinen Fall zu verteidigen: „Also, äh ja... ein paar Minuten müssten schon in etwa vergangen sein. Ich meine, ich musste schließlich eine Weile den Fisch drillen, bevor er im Netz war und es zählt doch der Moment, in dem er die Fliege nimmt, oder?“ Bo hörte sich zwar meine Schilderung an, ging aber nicht weiter auf sie ein. Die Regeln waren streng und er wusste es ganz genau, schließlich hatte er sie sich ja ausgedacht.
„Hättest du die Forelle fünfzehn Minuten eher gefangen, wärest du jetzt ein Mitglied. Aber vielleicht hast du ja Glück und fängst in den nächsten 23 Stunden und 45 Minuten noch einen Lachs.“ Ich war total geknickt, aber dankte ihm trotzdem für die Idee. Leider hatte ich keine Möglichkeit es am nächsten Tag nochmal an der Skjern Au zu probieren und so blieb die MacNab-Trophäe, die ich schon in Händen wähnte, leider nur ein Traum, dessen Realisierung wieder in weite Ferne gerückt schien.







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Interview mit Bo Fomsgaard
Der ultimative Test für Sportangler Bo Fomsgaard befischt die Flüsse der dänischen Jütland-Halbinsel bereits seit seiner Kindheit und hat in der Skjern und Karup Au schon mehr Lachse und Meerforellen gefangen, als sich an zehn Händen abzählen lässt. Über seine Anfänge als Angler und wie er auf die Idee für die MacNab-Challenge kam, wollen wir hier sprechen.
Wann hast du angefangen die Skjern und Karup Au zu befischen?
„Als die Fänge von Forellen und Äschen in den späten 80er-Jahren merklich abnahmen, gingen zum ersten Mal die Geschichten über die großen Meerforellen in Umlauf, die in der Karup Au gefangen wurden. Damals habe ich mich zum ersten Mal in den Bus gesetzt und bin zu dem Teil des Flusses gefahren, der im Besitz der Herning Angler’s Association im Städtchen Karup war.
Seit dem ersten Sommer, damals in den frühen 90ern, bin ich immer wieder dorthin zurückgekehrt und habe jede Saison Meerforellen gefangen. Die ersten Fische, die dort an meiner Fliege hängen blieben, bedeutet mir immer noch sehr viel. Einige Jahre später wurde ich eingeladen Mitglied eines lokalen Angelclubs zu werden, der einen Teil der Skjern Au für sich beansprucht hatte. Meinen ersten Lachs konnte ich Ende der 90er dort fangen.
Als ich damals begann die Skjern Au zu befischen, wurden noch sehr wenige Lachse gefangen. Das war in der Zeit, bevor man enorme Anstrengungen unternahm, die Population der


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wilden Lachse aufzustocken. In den nächsten Jahren, zu Beginn des neuen Jahrtausends, kehrten dann immer mehr Lachse zum Laichen zurück. Ab dem Zeitpunkt wurde es zu einem realistischen Ziel, hier einen Lachs zu fangen und heutzutage kann man hier den Fang seines Lebens machen. Bis jetzt ist mein Skjern-Rekordfisch ein Lachs von 13 Kilo und in der Karup Au eine 11-Kilo-Meerforelle. Und es gab in beiden Flüssen noch deutlich größere Exemplare, die ich gehakt und verloren habe...
Wie kam es dazu, dass du den Namen Danish MacNab geprägt hast?
Die Idee kam mir, mehr oder weniger zu fällig, vor über zehn Jahren. Damals konnte man sich länger Zeit lassen, um seine Fänge aus den Flüssen zu melden – heutzutage muss man dies innerhalb von 24 Stunden tun.
Ich habe damals immer einen Wochenreport über die verschiedenen Fänge gemacht. In einem Fall konnte ich zwei Fische melden, einen Lachs und eine Meerforelle – am selben Tag, aber in unterschiedlichen Flüssen gefangen. Ich dachte mir, dass das wohl nicht besonders häufig vorkommt, und fragte mich, ob ich das auch gezielt schaffen könnte. In den folgenden Jahren, wenn ich bereits einen Lachs in der Skjern Au fangen konnte, begann ich also nach dem Abendessen mit der Familie und nachdem ich meine Kinder ins Bett gebracht hatte, nochmal zur Karup Au zu fahren – und manchmal gelang mir halt das, was meine Freunde dann später den „Danish MacNab“ nannten.
Ist der MacNab in jeder Saison das Ziel von dir?
Nein, auf keinen Fall. Es ist nichts, wonach ich jede Saison strebe und darum geht es auch nicht – es ist ja nach wie vor eine sehr anstrengende und schwierige Herausforderung, auch wenn die Bestände jährlich immer besser werden.


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Für jemanden wie mich, der einfach das Fischen in diesen Flüssen liebt, ist das eine spaßige, aber definitiv nicht obligatorische Angelegenheit. Der früheste Zeitpunkt in dem mir ein MacNab gelungen ist, war im Juni – aber aussichtsreicher für die Challenge ist es wahrscheinlich im August und September zur Hauptsaison.
Mein Job ermöglicht es mir lediglich, nachmittags und abends angeln zu gehen, insofern ist es mir zumeist nicht möglich an einem Tag beide Flüsse zu befischen.
Aber wenn es doch mal klappt und ich die Möglichkeit sehe, wieder einen MacNab zu schaffen und alles auf die letzten Stunden vor Mitternacht ankommt, ist das schon ein tolles Erlebnis und der Extra-Kick. Diese Saison habe ich es schon einige Male darauf ankommen lassen, bis jetzt allerdings ohne Erfolg. Einmal war es aber sehr knapp: Ich hatte schon einen Lachs im Skjern gefangen und fuhr zur Karup Au, wo dann auch eine Forelle meine Fliege nahm. Leider ging sie mir vom Haken und verschwand, samt der Goldmedaille die um ihren Hals hing.
Ich will aber nochmals betonen, dass ich nicht obsessiv hinter der MacNab-Challenge her bin. Natürlich freue ich mich darüber, wenn meine Fähigkeiten wertgeschätzt werden. Aber sich solche kleinen Challenges auszudenken, ist auch einfach ein guter Weg, das Angeln weniger leistungsorientiert zu gestalten – insbesondere in einer Zeit, in der so viele Angler denken, es ginge nur um Größe und Gewicht. In diesem Geist hoffe ich, das immer mehr Sportangler und Anglerinnen Spaß daran haben, vielleicht dieses Ziel zu verfolgen, den ultimativen Test ihrer anglerischen Skills – den dänischen MacNab.


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SCALE PRESENTS HARDhaben – POWERED BYLindquist AHREX hinter dem Bindestock für euch geparkt.
Es ist Hechtzeit undTIE diesmal wir Jesper GRIZZLY VON MORTEN HAGGE HANSEN Jesper ist CANDY ein sehr geschickter Fliegenfischer und Angelguide – die Insel Fünen ist seine Home-Base,
Lachs- und Meerforellenjäger ist, empfindet er auch eine große Leidenschaft für Hechte. In diesem Video heißt es „back in black“, denn Jesper bindet eine nachtschwarze, relativ leichte Fliege mit viel kein Wunder also, dass er alles über weiß.
Abgesehen davon, dass er ein brillanter Volumen Bewegung, die durcheines einenSandaals großen Wiggletail verursacht wird. für das Küstenfischen Fliegenbau statt Fliegenbinden heißtdie es Meerforellen diesmal bei Tie Hard ... Durch die ausschließliche VerwenEine sehrund einfache Fischimitation – ein echter Fischmagnet dung von UV-Harz zum Sichern der Materialien anstelle von Fadenwicklungen, erhaltet ihr eine nach z.B. Meerforelle oder Wolfsbarsch. Einfach und doch effektiv.
superstarke Fliege und vermeidet die Umstände mit demAlso whip-finisher.
Happy tying and tight lines!
(fst)SCALE.
ran an den Bindestock und tie hard mit AHREX und



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TEXT & FOTO: FRANK STEINMANN
HBSC
Hardbodies & Softcores Spinköder, die in keiner Tacklebox fehlen sollten


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THE BIG ONE
by DK-Baits
Länge: 15,5 cm Gewicht: 120 g Aktion: Klassischer Jerkbait mit Rassel Zielfisch: Hecht, Zander, Wels und andere große Raubfische Editor´s note: Liebevoll gestaltet und partiell handcoloriert, ein echter Hingucker


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TROPIC THUNDER Länge: Gewicht: Aktion: Zielfisch: Editor´s note
by FlakeLures
18 cm 140 g Klassischer Salzwasser Popper GTs, Thunfische und andere große Salzwasser Raubfische Das verwendete PU-Material saugt sich bei Beschädigung durch Zähne nicht mit Wasser voll, so wie es bei Holzködern der Fall ist


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TROUT-TROLL by H.A Lures
Länge: 12 cm Gewicht: 14 g Aktion: Mittlere bis starke seitliche Ausbrüche und flankend Zielfisch: Große Salmoniden, wie Bach- und Meerforelle, Lachs Editor´s note: Der Köder wurde speziell zum Trolling auf Skandinaviens großen Flüssen und Seen entwickelt


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PERLMUTT-SPANGEN by Perlmutt-Spangen Länge: 7 cm bis 17 cm Gewicht: variiert je nach Material, von 3.5 gr. bis 92 g (große Wurflöffel) Aktion: flankend, trudelnd, ausbrechend Zielfisch: Seeforelle, Bachforelle, Saibling, Lachs, Hecht und andere Raubfische Editor´s note: Fantastisches Naturprodukt mit Unikat-Charakter, kann geworfen oder geschleppt werden


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RATSCHAN´S RECYCLED RODENT by Clemens Ratschan Größe: 15 cm bis Dackel Gewicht: trocken 28 g, nass deutlich mehr Aktion: Topwater Köder Zielfisch: Huchen, Taimen, Hecht, Wels Editor´s note: Spaßprojekt, nachbauen deutlich erwünscht, spektakuläre Attacken


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RESIN/OAK-GEORGE
by TaunoLures
Größe: 14 cm Gewicht: 120 g Aktion: Klassischer Jerkbait Zielfisch: Hecht, Zander, Wels und andere große Raubfische Editor´s note: Klares Understatement und damit ganz weit vorne in Sachen Dekor! Die Lichtbrechung im Harz/Bauch bereich ist unter Wasser fantastisch


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RACKER SHAD 22
by Moby Softbaits
Größe: 22 cm Gewicht: 50 g Aktion: Shad mit stark flankendem Lauf und vibrierendem Schaufelschwanz Zielfisch: Hecht, Zander, Wels und andere große Raubfische Editor´s note: Wirklich nachhaltiger Weichplastikköder, ökologisch unbedenklich und 100% made in Germany! Ein Muss für jeden umweltbewussten Spinfischer



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Normalerweise schreibe ich nicht über das Angeln. Ehrlich gesagt, habe ich nicht einmal viel Ahnung davon – ein Defizit in puncto Fachkenntnis, dass sich in meiner Eigenschaft als Kulturredakteurin gerade noch verschmerzen lässt. Als mich das Scale Magazine jedoch fragte, ob ich nicht Lust hätte, einen Artikel über den Hamburger Rutenbauer Jakfisk zu schreiben, sagte ich sofort begeistert zu. Jakfisk aka Jakub Gollasch ist nämlich nicht nur Angler und Rutenbauer, sondern nebenbei auch mein bester Freund.
Die Werkstatt von Jakfisk befindet sich direkt über dem Erotic Art Museum auf Sankt Pauli, zwischen der Reeperbahn und der Elbe. Wenn man Jakub fragt, wieso er überhaupt mit dem Bau von Angelruten angefangen hat oder es heute noch praktiziert, antwortet er gern mit einem Zitat aus einem seiner Lieblingsfilme The Neon Demon: „Beauty Isn’t Everything, It’s The Only Thing“. So geht es bei Jakfisk hauptsächlich darum, ein Kunstwerk zu erschaffen und nicht nur um eine uninspirierte Funktionalität. Seine Ruten inszeniert Jakub wie Models in Hochglanzmagazinen, dabei puristisch, geradlinig und ohne jeden Firlefanz, so dass ihre natürliche Schönheit umso deutlicher zutage tritt.
Bevor Jakub seine erste eigene Rute aufbaute, fischte er wie die meisten seiner Kollegen mit Standardruten, wie man sie bei jedem Händler um die Ecke finden kann. Diese waren aus seiner Sicht zwar ausreichend gut in ihrer Funktion, konnten


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optisch aber nicht überzeugen. Mal waren einzelne Komponenten der Ruten in der Farbgestaltung äußerst fragwürdig, manchmal sah die gesamte Rute einfach hässlich aus. Ein Zustand, den Jakub als Designer natürlich unmöglich mit seinem Sinn für Ästhetik vereinbaren konnte. Er wollte das nicht länger hinnehmen. Er hatte eine Mission.
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass die Optik für Jakub zu Beginn seiner Rutenbauphase so sehr im Vordergrund stand, dass er das eine oder andere Mal die technischen Eigenschaften darüber vernachlässigte. Als Beispiel dafür soll an dieser Stelle eine seiner ersten Fliegenruten herhalten, die er damals gebaut hat.
Diese Rute war aus seiner Sicht wunderschön wie keine zweite, weil sie einen Griff aus einem gedrechseltem Olivenholz besaß. Allerdings hatte diese Schönheit einen Haken, da das Olivenholz sehr viel schwerer war als ein üblicher Korkgriff und bei Feuchtigkeit zudem einiges an Grifffestigkeit verlor. Diese vor allem auf das Äußerliche bedachte Herangehensweise, hatte sich Jakub bereits während seines Studiums zum Architekten angeeignet.
So bezeichnete er sich selber gern als „reinen Entwurfsarchitekten“, da er all seine Zeit und Energie in das Entwerfen und Designen von Gebäuden steckte und dabei die technischen Aspekte mitunter bewusst links liegen ließ. Die Professoren konnte er trotzdem begeistern, da sie selbst bei dem äußerst ansprechenden Anblick der Entwürfe und ihrer formvollendeten Präsentation über eventuelle technische Mängel hinwegzusehen schienen.





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Dass Jakub schließlich anfing, die technischen Aspekte genauso zu schätzen wie die Ästhetik, ergab sich durch eine im wahrsten Sinne des Wortes praktische Fügung, als er nach seinem Bachelor-Abschluss die Architektur ziemlich schnell an den Nagel hängte und stattdessen als Zimmermann zu arbeiten begann. In der Zimmerei lernte er, wie sich unterschiedliche Baumaterialien unter diversen physikalischen Bedingungen vertragen und miteinander arbeiteten, und dass die unromantische Funktionalität eben doch eine entscheidende Rolle spielt.
Egal, ob man gerade den Dachstuhl eines riesigen Neubaus zusammenzimmert oder an der heimischen Werkbank eine filigrane Angelrute anfertigt.
Auch wenn die Jakfisk Ruten inzwischen auch technisch einem hohen Standard entsprechen, bleibt Jakubs Steckenpferd das Design. Selbst jemandem, der nichts vom Angeln versteht, wird nichts anderes übrig bleiben, als seine individuell gestalteten Ruten als einwandfreie Handwerkskunst anzuerkennen. Seinem Stil ist Jakub dabei immer treu geblieben, schon im Studium war sein Lieblingsthema „Wohnen - Minimalismus und Raumreduktion“, und so bestechen auch die Jakfisk Ruten vor allem durch ihren reduzierten Aufbau und ihre zurückhaltende farbliche Gestaltung.
Nur die nötigsten Komponenten werden verbaut. Unnötige Zierwicklungen und Schmuckringe, überflüssige oder überdimensionierte Griffelemente oder zu dick aufgetragene Lackierungen wird man im Hause Jakfisk vergeblich suchen.


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Umso mehr freut es Jakub, wenn die Kunden, seine Art des Rutenbauens wertzuschätzen wissen. Dabei ist eine zufriedene Kundschaft für Jakub noch lange kein Grund, es etwas ruhiger angehen zu lassen.
Er glaubt immer, dass die nächste Rute, die er fertig stellt, seine beste sein wird. Denn auch an einer sehr guten Rute gibt es immer noch einzelne Details, die sich optimieren, und die Rute noch schöner werden lassen.
Fängt man mit einer „schöneren“ Rute am Ende sogar mehr Fische als mit einer beliebigen Angelrute?
„Ich will einfach nur schöne und gut funktionierende Angelruten designen und aufbauen”, sagt Jakub. „Ich will die Menschen mit meiner Baukunst erreichen, die ebenfalls Ruten dieser Art mit ans Wasser nehmen wollen. Denn irgendetwas schön oder ästhetisch zu finden ist am Ende ein reines Gefühl. Es ist immer ein positives Gefühl, welches dafür sorgt, dass der Angeltag zu einem schönen Erlebnis werden kann, ganz unabhängig davon, wie viele Fische man dabei fängt.”



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SCALE INFORMIERT
3x KURZ NOTIERT COOLES TEIL Lange Zeit haben wir neidisch über den großen Teich geguckt, denn aus den USA kamen mit den YETI Coolern die angesagten, transportablen Kühlboxen, die man sich als Angler wünscht. Die weltweit für Kocher und Starklichtlampen bekannte Magdeburger Firma PETROMAX hat nachgezogen und liefert mit seinem Ultra-Passivkühlsystem, das in der 50l- und 25l-Version erhältlich ist, allerfeinste Wertarbeit ab. Ganz ohne Kompressor oder Absorber, hält die doppelwandige und hohlraumisolierte kx50 Eis bis zu 12 Tage gekühlt!
www.petromax-shop.de DA LIEGST DU RICHTIG Isomatten sind von jeher ein leidiges Thema unter Outdoorenthusiasten. So richtig gut funktioniert hat auf dem Sektor in der Vergangenheit irgendwie nichts so richtig und wenn mal etwas bequem war, hat es zu viel Gewicht oder war zu sperrig. Das Klymaloft Sleeping Pad könnte Abhilfe schaffen, denn das auf Schaum und einem Luftsystem basierende Konzept der Matte verspricht erheblichen Komfort – bei einem Packmaß von gerade mal 29 x 20 cm und einem Gewicht von nur 1089 g. Wir sind jedenfalls schnell ins Träumen geraten ...
www.klymit.com SMOKE IN THE WATER
ichhabeeininteressantesproduktfuereuch@scale-magazine.com
Der Smokey Monk dürfte allen schmecken, die ein besonderes Bedürfnis nach einem rauchigen Aroma verspüren. Statt es den üblichen Verdächtigen auf den schottischen Inseln gleichzutun, setzt man bei der ältesten deutschen Whisky-Destille (Brennerei Schraml v.1818) auf eine bayerische Lösung: das Trocknen des feuchten Malzes über Buchenholzfeuer. Das verleiht dem Whisky, zusammen mit seinen ausgewählten Zutaten, einen sehr eigenen Geschmack. Der polarisiert und ist, auch wenn wir begeistert waren, nicht jedermanns Sache.
www.brennerei-schraml.de


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GUIDELINE ELEVATION RUTENSERIE Die Fliegenfischerei an sich rühmt sich ja, eine umweltfreundliche, naturverträgliche und somit recht ökologische Disziplin zu sein. Wenn man als Redakteur eines renommierten Onlinemagazins allerdings einmal ein paar Jahre lang tiefe Einblicke in die wirtschaftlichen Vorgänge innerhalb des gesamten Sektors Angelfischerei hat, da kann es einem hier und da schon mal grausen, wenn man dabei auf Umweltverträglichkeit achtet. Nachhaltigkeit, also die Trinität von Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung, ist dann mitunter ein Faktor, der sehr ungleich gewichtet in Produktion und Vermarktung ist.
Der Trend mit grünen Kampagnen in die Welt der Werbung vorzudringen, ist weitverbreitet und der Verbraucher begrüßt dieses umweltfreundliche Image vieler Firmen, dennoch sind unlängst nicht viele Waren, die den Markt überfluten auch tatsächlich ökologisch bilanziert.
Als eine der ersten Firmen im Bereich Fliegenfischen, hat sich das skandinavische Unternehmen Guideline dazu entschlossen, ökologisch unbedenkliche Produkte zu vertreiben, bzw. ökologische Produktionswege in den Vordergrund zu rücken – vor alle Wirtschaftlichkeit. Mit der Vision von „clean all the way“ verfolgt Guideline langfristig das Ziel, frei von Fluorkohlenwasserstoffen und CO²-neutral zu produzieren.
MIT VER
!
LOSUNG
Photos: Frank Steinmann
ES GRÜNT SO GRÜN …


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So werden z.B. Guideline Schnüre auf Spulen aus recycelter Pappe ausgeliefert, man verzichtet auf giftige und krebserregende PVC-Coatings auf Schnüren und reduziert die Verwendung von Plastikverpackungen auf ein Minimum.
Das eigentliche Highlight im Nachhaltigkeitsdiskurs ist aber die neue Elevation Rutenserie von Guideline! Erhältlich als Ein- und Zweihandmodell in allen gängigen Klassen und Längen stechen die Ruten, neben einer unglaublichen Preis-Leistungs-Performance, eben auch durch einige Merkmale hervor, die die modernen Ruten als definitiv nachhaltig klassifizieren. So werden bei der Rutenherstellung keine giftigen Komponenten mehr eingesetzt. Durch engere Wicklungen der Kohlenstoffmatten sind weniger Harze im Blank nötig. Der Abrieb beim Schleifen der Blanks wurde auf ein Minimum reduziert, indem eine spezielle Sandstrahlung vollzogen wird. Die produktionsbezogenen Abfälle werden umweltfreundlich und sachgemäß entsorgt. Auf bleihaltige und somit toxische Chromeinlagen in den Ringen wird komplett verzichtet. Die Korkgriffe der Ruten werden nicht mit Granulaten versetzt, diese enthalten nämlich Klebstoffe und andere Mixturen von Bindestoffen, die ebenfalls nicht unbedenklich sind. Bein den Verklebungen von Griffteilen wird kein Epoxid-Harz verwendet, es kommen nur umweltfreundliche Kleber zum Einsatz, die auf Wasserbasis entstanden sind und absolut ungiftig sind. Rutenrohre und Umverpackungen/Versandverpackungen sind aus PVC-freiem und ungiftigem Polypropylen, bzw. recycelten Polyestermaterialien gefertigt. Weniger Emission in der Herstellung, weniger Volumen beim Versand und eine Gewichtsreduktion sind hier die positive Folge!
Während also Produktionswege und der Einsatz von ökologisch unbedenklichen Materialen eine Pionierleistung darstellen, sind die optischen, haptischen und technischen Eigenschaften der Ruten von gewohnter und hochwertiger Qualität, die den Guideline Maßstäben


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folgen! Die mattgehaltenen, schieferfarbenen Blanks muten edel an und sowohl die Wicklungen, als auch die Steckverbindungen sind sauber verarbeitet, bzw. lackiert (Wicklungen). Die Beringung ist großzügig und bei beiden Modellen – Einhand und Zweihand – ordentlich positioniert. Die Handgriffe sind von hochwertiger Korkqualität gezeichnet, sauber verklebt und bieten auch Menschen mit kleineren Händen einen perfekten Grip. Der Rollenhalter ist bei den Modellen mit Holz-Spacer nochmal extra hübsch anzusehen. Egal, ob wir jetzt mit Schußkopfsystemen, Skagit, WF oder sonstigen Schnurmodellen werfen und fischen, die Elevation Ruten zeichnen sich durch eine recht schnelle und dennoch nicht all zu harte Performance aus. Kritiker von „schnellen Ruten“, werden ihren Gefallen an den Elevation-Modellen finden, genauso wie Menschen, die auf die Arbeit und Wurfleistung von hochmodernen Kohlefaserblanks stehen! Forelle im Bach, Forelle im Meer, Hecht, Lachs und vieles mehr wird mit der Rutenserie der Elevation-Reihe abgegolten. Eigentlich ist die Rute in dieser Qualität und dem Alleinstellungsmerkmal „wirklich nachhaltig produziert“ fast schon unverschämt preiswert. Man mag sich über den günstigen Kurs der Ruten wundern, aber wenn überhaupt, dann tun wir das leise, sonst ändert sich da am Ende noch etwas … Guideline hat hier den entscheidenden und richtigen Schritt getan hat und eine Rute produziert, die nicht nur eine Art Wegweiser zu ökologisch vertretbarer Produktion darstellt, vielmehr ist sie für jedermann erschwinglich und somit kein Luxus-Öko-Artikel, den sich nur wohlbetuchte Fliegenfischer leisten können! Ich hoffe, dass diese Pionier-Funktion, die Guideline hier einnimmt auch andere Firmen motiviert, das eigentlich Selbstverständliche in unserem Hobby, nämlich die Nähe zur Natur und zur Ökologie, schlechthin auch primär in die Entwicklung, Produktion und schließlich auch bis hin zur Auslieferung ebenso natürlich und ökologisch zu gestalten.
Wir haben für euch noch zwei Elevation Ruten von Guideline erhalten, die wir zur Verlosung anbieten. Wer also eine Guideline Elevation Einhandrute in der Klasse 5 (9 ft) oder eine Zweihandrute in der Klasse 9/10 (14ft) gewinnen möchte, sendet eine Mail an
gogreen@scale-magazine.com Wenn ihr euch für Details zu den Guideline Elevation Rutenmodellen interessiert, Probewerfen wollt oder die ganze Produktpalette anschauen möchte, klickt einfach bei www.adh-fishing.de rein, die alle Modelle anbieten und euch gerne beraten. (Frank Steinmann)
www.adh-fishing.de
VERLOSUNG


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MOBY SOFTBAITS
Gummiköder oder auch Softbaits zählen zweifellos zu den beliebtesten Kunstködern überhaupt. Weltweit sind sie in allen Größen, in Gewichtsklassen von wenigen Gramm bis hin zur „halben-Pfund Weichplastik-Bombe“ in mannigfaltigen Farben und Formen in den Tackleboxen der Spinfischer zu finden. Sie sind preiswert, also leicht ersetzbar, geben einem das Gefühl von individueller Köderwahl, aufgrund des extrem hohen Farbspektrums, und die Hersteller warten stets mit neuen Varianten und Strategien der Vermarktung auf. Ihren Erfolg verzeichnen die Softbaits durch ihre Flexibilität, die Weichheit des Materials. Weichheit hervorgerufen durch Weichmacher. Und hier liegt die Krux: Ohne diese Weichmacher würden die Gummiköder, die in den meisten Fällen aus PVC-Materialien gefertigt werden, nur ein sprödes Stück Plastik darstellen. Viele, der in Softbaits verwendeten Weichmacher, seien es Stoffe aus der Gruppe der Phtalate, PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) oder Bisphenole, stehen allerdings in Verdacht in den Hormonhaushalt von Menschen (und Tieren) einzugreifen, sie gelten als krebserregend und organschädigend. Die Schadstoffe werden über Hautkontakt aufgenommen oder eingeatmet, da sie flüchtig sind. Während es beispielsweise in Kinderspielzeugen klare Richtwerte und Grenzwerte für den Einsatz von Weichmachern gibt, stehen solche Regelungen oder gar flächendeckende Beprobungen von Gummiködern bislang noch aus. Somit befinden sich Produkte im Umlauf, die vermutlich um ein Vielfaches toxischer sind, als das zulässig wäre.
Es sei angemerkt, dass aktuell Untersuchungen und wissenschaftliche Studien zu Inhaltsstoffen und ebenfalls die Auswirkung von Gummiködern auf Gewässer laufen und wir mit Spannung auf die Veröffentlichung der Ergebnisse warten.
Sollte sich nämlich herausstellen, dass die Grenzwerte für die toxischen Weichmacher überschritten werden, muss ein Umdenken in der Produktion der Softbaits und derer Inhaltstoffe stattfinden! Immer wieder sieht man Fotos von Menschen mit Bergen von Weichplastikködern im Wohnraum posieren, die Shads, Swimbaits und Creature Baits werden zwischen den Zähnen gehalten oder kleine Kinder strahlen uns mit dem Schwabbelzeug in den Händen entgegen. Eigentlich handelt es sich bei einer Vielzahl von Gummiködern eher um giftigen Sondermüll als einen Angelköder und wenn Kinderspielzeuge mit Weichmacheranteilen bereits als gefährlich eingestuft werden, sollte man eins und eins zusammenzählen! Viele Hersteller werben bereits mit „Phtalat-freien“ Ködern, was zunächst auch eine löbliche Angelegenheit darstellt, dennoch sind oftmals PVC-Materialien und andere Weichmacher, wie PAK und Co enthalten, die dennoch toxisch und umweltschädlich sind. Und dies ist auch die Überleitung zum nächsten Thema: Umweltverträglichkeit! Wir Angler loben uns selbst als Naturfreunde und Umweltschützer aus und verwenden dann Köder, die man eigentlich als Giftmüll deklarieren könnte.
Wie passt das zusammen? Jeder weiß, dass Köder im Gewässer verbleiben, Hänger, Abrisse – es gibt eine Vielzahl von Ursachen für Köderverluste. Wie viele Tonnen von PVC und giftigen Weichmachern auf diese Weise jährlich weltweit in unseren Gewässern landen, kann und möchte ich mir eigentlich auch gar nicht vorstellen.
Photos: Frank Steinmann
WEG VOM GIFTMÜLL HIN ZUM BIO-BAIT


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Ich mutmaße jetzt auch mal, dass eigentlich keiner von uns Fischfreunden das wirklich für gut und richtig hält. Ist es aber vermeidbar? Alleine die Umverpackungen von Softbaits sind im Prinzip eine Katastrophe! Plastikblister im Plastiktütchen, Berge von Plastikmüll … Und wenn ich alle Farbdekore und Inchgrößen eines bestimmten Köders besitzen möchte, hallo Sammelwahn, habe ich erneut Unmengen von Müll produziert. Angler sind Naturschützer? In diesem Fall wohl kaum!
All diese Problematiken hat ein kleines deutsches Unternehmen aus Hessen aufgegriffen und gehandelt! Mit dem Ziel, einen Weichplastikköder zu kreieren, der wirklich nachhaltig produziert wurde, keine giftigen Weichmacher enthält und den Verpackungsmüll reduziert, wurde die Moby Softbait-Reihe ins Leben gerufen. Die drei Brüder aus Hessen, die das kleine Unternehmen Moby darstellen, produzieren Köder lokal und nachhaltig. Alle Zutaten, Inhaltsstoffe von der Farbe bis hin zum Glitterpartikel, die Produktionswege und Fertigungen stammen aus Deutschland, bzw. werden in Deutschland angefertigt. Das heißt eben, Lokalität, kurze Wege, weniger Logistik! Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Gummiködern, die aus PVC hergestellt werden, setzt Moby auf TPE-Kunststoffe, oder auch thermoplastische Elastomere, die ähnliche Eigenschaften wie Naturkautschuk vorweisen und als unbedenklich gelten, wenn es um Gesundheitsgefahren und Umweltverträglichkeit geht.
Natürlich benötigt man auch hier Weichmacher, und im Falle von Moby Gummiködern werden bestimmte Öle verwendet, die ihren Ursprung in der Humanmedizin, bzw. der Babypflege finden und somit nicht nur komplett unbedenklich ausfallen, sondern zusätzlich als antiallergen und umweltverträglich gewertet werden können. TPE-Material ist extrem dehnbar und reißfest, das birgt den großen Vorteil in sich, dass die Köder von Moby wesentlich haltbarer sind, als andere Softbaits. Wenn also der Hecht bei Shad XY bereits nach dem ersten Kontakt den Schwanz amputiert hat, können mit den Moby Ködern noch viele weitere Exemplare gelandet werden. Die Dehnbarkeit der TPE-Köder ist wirklich beeindruckend, man kann sie ziehen und stretchen, bis sie ein Vielfaches ihrer Länge erreicht haben, ohne dass sie zerreißen!
Moby verpackt nicht in Plastik! Moby Softbaits werden in Papier eingewickelt versendet oder in recycelten Pappschachteln verpackt. Das vermeidet unnötigen Müll und Produktion von Plastik, eine feine Sache! Moby Softbaits sind Köder, die schwimmen, also auch eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten am Rig, Jig oder System bieten! Es existiert eine breite Auswahl von Ködermodellen vom klassischen Shad in klein bis XXL, V-Tails, Grundel-Imitate, Twister, Wattwürmer, schlanke Shads, kompakte Shads und vieles mehr. Die Farbpalette ist überdurchschnittlich gut aufgestellt und man ist stets bemüht, neue, fängige Dekore zu erstellen.
Alles in allem eine saubere Angelegenheit mit vorzeigbarer Öko-Bilanz. Ein Umdenken in der Sparte Softbaits ist eigentlich längst überfällig, weg vom giftigen Sondermüll hin zu einem umweltverträglichen und nachhaltigen Produkt. Nicht nur was die Inhaltstoffe der Köder anbelangt, sondern auch die Produktionswege und Umverpackungen.
Wer die Öko-Softbaits selbst einmal testen möchte, dem können wir helfen: Wir haben für euch drei prallvolle Kartons des One-4all Shads in Multi Color-Dekor zur Verlosung bereit. Jede Box enthält 20 Shads mit 11,5 cm Länge. (Frank Steinmann)
VERLOSUNG www.moby-softbaits.de
Wenn ihr eine der Boxen gewinnen wollt, sendet eine Mail an:
moby@scale-magazine.com


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ORVIS HYDROS FLIEGENROLLE 2020 BLACK NICKEL
Wir testeten die neue HYDROS III (Farbe: Black Nickel) am heimischen Forellenfluss und an der Küste beim Meerforellen- und Hornhechtangeln und können definitiv sagen, dass es sich bei der modifizierten 2020er Neuauflage der Rolle wieder mal um ein zuverlässiges Stück Handwerk aus dem Hause ORVIS handelt. Das uns zur Verfügung gestellte Modell ist, was die Schnurkapazität betrifft, für die Klasse 5-7 ausgelegt und mit seinen rund 140g ein echtes Leichgewicht, das keine Angst vor schwergewichtigen Fischen zu haben braucht. Allerdings empfiehlt sich für Freunde von 7er Schnüren auf die HYDROS IV (Klasse 7-9) zurückzugreifen, die bei nur 155g Eigengewicht mit mehr Fassungsvermögen aufwatet. Besonders bei der sehr leichten Flatfischerei in karibischen Gefilden, bei der ausreichend Backing unerlässlich ist, dürfte die IV die richtigere Wahl sein. Wer größere oder auch vielleicht auch kleiner Fische auf der Bucketlist hat, kann auf die umfangreiche Modelpalette der neuen HYDROS zurückgreifen. Auch die lässt mit den Klassen 1-11 so gut wie keine Wünsche offen. Alles in allem ist die neue, auffällig sauber verarbeitete HYDROS eine echte Bereicherung – besonders, wenn man wie in diesen Zeiten etwas genauer aufs Portemonnaie achten sollte.
(Stefan Alt)
www.orvis.de
Photos: Stefan Alt
ORVIS hat nachgelegt und das neueste Model der beliebten HYDROS-Serie vorgestellt. Wie ihre Vorgängerin zeichnet sich auch die Version 2020 durch ein besonders gutes Preis/Leistungsverhältnis aus, doch auch technisch konnte das Update verbessert werden. Besonders die Liebhaber der Salzwasserfischerei können sich freuen, denn die extrem soft anlaufende Stahl/ Kohlefaser-Scheibenbremse, die jetzt schon als eine der stärksten in ihrer Klasse gilt, wurde so abgedichtet, dass das Gehäuse allen Angriffen der agressiven Kristalle standhält. Besonders angenehm: Mit nur einer Umdrehung des Knaufs lässt sich die Bremse von Freilauf auf extrem fest stellen. Das Design der Rolle hat sich nur minimal verändert, trotzdem konnte durch leichte Modifikationen etwas an Gewicht eingespart werden. Das kommt besonders dem Trend, mit kürzeren und daraus resultierend leichteren Ruten zu fischen, sehr entgegen. Ein ausgewogenes Miteinander von Rolle und Rute wird garantiert.
Photo: Stefan Alt
VON 0 AUF 100 MIT EINER UMDREHUNG


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SIEGEN MIT FLIEGEN
FRESHWATER FLY BRETTSPIEL Wir befinden uns im Jahre 2020 n.Chr. Auf der ganzen Welt werden digitale Spiele entwickelt ... Auf der ganzen Welt? Nein! In dem kleinen schleswig-holsteinischen Dorf namens Kaaks hört die kleine unbeugsame Firma SpieleFaible nicht auf, dieser Entwicklung Widerstand zu leisten ...
Um es gleich vorweg zu nehmen: Als jemand, der mit endlosen Spielenachmittagen und -abenden groß geworden ist, bin ich gerade im siebten Spiele-Himmel. Mit Freshwater Fly (Verlag in den USA Bellwether Games) hat nach langer Zeit wieder ein klassisches Brettspiel in meinen vier Wänden Einzug gehalten, das besonders für mich als Fliegenfischer echtes Suchtpotenzial hat und schnell, wie z.B. Stratego, Teufelsdreieck oder Monopoly, zu einem meiner Lieblingsspiele avancieren kann. Schon das Auspacken des Spiels erinnerte mich an alte Zeiten, in denen man sich voller Vorfreude die einzelnen Bestandteile eines Spiels erstmal in Ruhe ansah.
Je aufwändiger ein Spiel gestaltet war, desto größer war meistens auch die Vorfreude darauf, es endlich spielen zu können. Das von von Brian Suhre entwickelte Freshwater Fly lässt schon beim Öffnen keine Wünsche offen, denn dieses Spiel ist so liebevoll gestaltet, wie ich es nur selten gesehen habe. Als Angler und Grafiker bewundere ich das fantastische Artwork von Darryl T. Jones und besonders die Darstellung der Fische begeistert einen. Einzelheiten darüber, wie man das Spiel spielt, möchte ich euch ersparen. Hat man das Spiel ein-, zweimal gespielt, stellt sich heraus, dass es viel unkomplizierter ist, als die Anleitung vermuten lässt.
Doch so viel sei verraten, darum gehts: Du kommst mit Rute, Rolle und einer Auswahl an Fliegen an einen reißenden Gebirgsbach voller Fische. Hier musst du die Strömung richtig einschätzen, den Fisch präzise anwerfen, die Fliege perfekt auf der Wasseroberfläche treiben lassen und am Ende ggf. den Fang einholen.
MIT VERLOSUN
G!


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Dabei bedienst du dich aus einem Pool an Würfeln, führst entsprechende Aktionen aus und versuchst deine Chancen durch den Einsatz von Bonusaktionen zu erhöhen. Das Einholen des Fangs funktioniert auf dem eigenen Spieler-Tableau in Form eines innovativen Rondell-Mechanismus mit einer drehbaren Kurbel. Am Ende gewinnt der, der eine clevere Strategie verfolgt, knifflige Aufgaben löst und die besten Karten-Kombinationen sammelt.
Hört sich alles an wie bei einem echten Fischzug, oder? Man merkt jedenfalls, dass die Macher Ahnung von der Materie haben und wenigstens der Autor Fliegenfischer sein muss. Ich finde es jedenfalls schön, dass es endlich mal wieder ein klassisches, so schön gemachtes und durchdachtes Brettspiel gibt. Dieses Spiel ist das ideale Geschenk für alle Angler und gehört in jeden fischenden Haushalt. Das sieht auch die Firma SpieleFaible so und hat uns, um diesem Ziel etwas näher zu kommen, netterweise drei Spiele für eine Verlosung zur Verfügung gestellt. Alles was ihr dafür tun müsst, ist wie immer eine Mail an uns zu schreiben.
(Stefan Alt)
freshwaterfly@scale-magazine.com www. spielefaible.de/shop/freshwater-fly


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DAS KÖNNTE DIR SO PASSEN
TRAUN RIVER PREMIUM WATHOSE
Jemand, der sich auf dem Sektor der Eigenmarken über die Jahre allerdings einen mehr als guten Ruf erarbeitet hat, ist die Firma Rudi Heger mit ihren Traun River Produkten. Im Gegensatz zu anderen, die oft auf das schnelle Geld schielen, macht man sich im bayrischen Siegsdorf echte Gedanken über die Produkte, die unter der Hausmarke verkauft werden.
Traun River setzt in erster Linie auf Qualität und erst dann wird über den für den Endkunden immer noch meist günstigen Preis gesprochen. Etwas anderes könnte sich ein renommiertes Geschäft wie Rudi Heger Flyfishing auch nicht erlauben, denn die Firma hätte einen über Jahre aufgebauten Ruf zu verlieren, der auch auf andere Marken, die das Geschäft repräsentiert, abstrahlt.
Der Gedankensprung sei mir verziehen, aber ich möchte an dieser Stelle kurz mal Klartext reden. Unsere Leser sind nicht doof und wer 1 und 1 zusammenzählen kann weiß, dass die Firma Rudi Heger Flyfishing auch einer unser Medienpartner ist – die dafür sorgen, dass ihr SCALE kostenlos lesen könnt. Man könnte deshalb meinen, dass unser Review schon
Photos: Stefan Alt
Mit den Eigenmarken von Angelshops/-vertrieblern ist das ja immer so eine Sache: Auf der einen Seite sind sie oft preislich eine interessante Alternative zu den bekannten Herstellern, andererseits haben sie es schwer sich zu etablieren, denn unterschwellig fehlt einem das Vertrauen in die Produkte. Das liegt meines Erachtens ausschließlich daran, dass bei Eigenmarken fast immer auf klassische Werbung verzichtet wird. Man könnte von Fluch und Segen zugleich sprechen, denn die mangelnde mediale Präsenz geht zwar zu Lasten des Bekanntheitsgrades, sorgt aber auch dafür, dass durch die eingesparten Werbekosten die Produkte „aus eigenem Haus“ deutlich günstiger angeboten werden können, als ihre namhaftere Konkurrenz. Steht man also mal wieder vor einer Kaufentscheidung, fallen einem diese Eigenmarken oft nicht ein. Auch wenn man sich nach Erfahrungen im fischenden Freundeskreis erkundigt, sind Produkte von Marken jenseits des Mainstreams leider oft nicht anzutreffen.


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deshalb wohlgesonnen ausfällt. All denen, die das in durchaus nachzuvollziehender Weise denken, kann ich nur sagen: Auch wir haben einen guten Ruf zu verlieren und werden uns deshalb hüten, irgendetwas positiv zu beschreiben, nur um zu gefallen. Ganz im Gegenteil: was keiner sieht, sind die Dinge, die wir an Hersteller, ob Medienpartner oder nicht zurückschicken, weil sie unserem Maßstab nicht gerecht werden. Immer mit dem Hinweis, nachzubessern und dann nochmal einen neuen Anlauf zu nehmen. Das kommt zwar nicht oft vor, passiert aber tatsächlich ...
Doch jetzt zum eigentlichen Thema: Die Traun River Wathose Premium.
Das modifizierte Modell des Klassikers überzeugt durch seinen 5-lagigen atmungsaktiven Hochleistungsstoff, der im Beinbereich verarbeitet wurde. Das schützt vor Abrieb durch Felsen und Beschädigungen durch Dornen, wie z.B. die von Brombeersträuchern und ist deshalb vor allem für Flussfischer, die durch Wald und Wiese pirschen, besonders interessant. Vom Oberschenkel aufwärts wurde ein vierlagiges Material gewählt, das für ein vernünftiges Maß an Bewegungsfreiheit sorgt. Ohnehin ist die Hose etwas großzügiger geschnitten und lässt sich extrem angenehm tragen. Neben einem justierbaren Zugband auf Brusthöhe sorgt ein neu konzipiertes Trägersystem für einen sicheren Sitz der Hose. Mittels dieses Systems kann man die Traun River Premium übrigens bei Bedarf ruckzuck in eine Hüftwathose umwandeln – das ist nicht neu, lässt sich bei dieser Hose aber deutlich einfacher bewerkstelligen.
Neben zwei D-Ringen für diverse Utensilien, verschließbaren Innen- und Außentaschen, zwei Netztaschen, einem elastischen Watgürtel und gefleecten Handwärmern wurde natürlich auch an Gravel Guards mit Einhängeöse gedacht. Den Abschluss der Hose bilden die anatomisch geformten Füßlinge aus klassischem 4 mm dicken Neopren. Hervorheben möchte ich noch, dass es die Hose in etlichen Sondergrößen gibt, unter denen so ziemlich jeder sein passendes Model finden sollte. Stand 1. Juni 2020 bietet Rudi Heger Flyfishing die Wathose Traun River Premium für äußerst attraktive 399,- € an. (Stefan Alt)
www.rudiheger.eu


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1. September 2020 SCALE No.38 REMINDER
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@jerms1977
www.jerms1977.com/zland-1
JEREMY CLARK REDFISH DIARIES In unserer Fotostrecke nimmt uns Jeremy mit nach South Carolina, einem Parade Revier für den bulligen Redfish.
Jeremy selbst wuchs in Virginia auf und fischte dort in den lokalen Seen und Teichen nach Large Mouth Bass. Nach dem Verlassen seiner Kleinstadt und dem anschließenden Dienst im United States Marine Corps, landete er im Tiefland von South Carolina – in Charleston, um genau zu sein. Hier beherrschen die Redfish das aquatische Szenario, wenn nach dem steigenden Gezeitenspiegel die Spartina-Grasflats zyklisch überschwemmt werden.
Fische dann aus, wenn ihre Schwänze aus dem Wasser herausragen, während sie nach etwas wühlen, das sie auf dem Boden als Nahrung identifiziert haben. Dies bezeichnet man dann als Tailing.
Nur ein paar hundert Meilen von der Ostküste der USA besitzen sie die spezielle Topographie und Flora, die das „Tailing“ der Redfish in den Flats möglich macht.
Bei Flut steigt das Wasser hoch genug, um ehemals trockene, mit Spartina, einer Gattung der Schlickgräser, bewachsene Flächen komplett zu fluten. Dem Sog des Wassers folgend, stellen sich die Redfish auf den Überflutungsflächen ein, um den Schlickboden nach Nahrung zu durchsuchen. Am ehesten macht man die
Jeremys Fotografie besticht durch eine gewisse Art von sanften und mattierten Tönen, seine Liebe zur offenen Blende weiß mit perfekt sitzendem Fokus zu glänzen und seine Inszenierungen des Southern Lifestyles sind so authentisch, dass man die Marschlandschaft fast riechen und schmecken kann.
Wenn Jeremy nicht in gerade in der Antarktis oder Neuseeland arbeitet oder gemeinsam mit seiner Frau die Hochzeitsfotografie betreibt, ist er auf einem Skiff zu finden, von dem aus er den bulligen Redfish mit der Fliege nachstellt und seinen beiden adoptierten Kindern die Wunder des Marschlandes näherbringt.
Viel Spaß mit den Redfish Diaries von Jeremy Clark.
(Frank Steinmann)

















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