Das unglaubliche Lappland

Von Ben Chadwick

Gone Fishing with the Sámi

An einem grauen und tristen norddeutschen Wintertag, rief mich mein Geschäftspartner Brian Bojsen (TV-Koch, Gastronom und Surfer) früh morgens an und ich fragte unmittelbar: „Na, auf Tour gewesen? Noch wach?“ Mit Verwunderung vernahm ich keines Wegs eine schlaftrunkene Stimme, vielmehr entsprang dem Telefon nichts als purer Enthusiasmus: „Lass uns abhauen – ich muss raus!“ Dies war die einzige logische Reaktion auf den vorherrschenden Corona-Blues. Ich empfand ganz ähnlich. Nach kurzem Schnack, war das Ziel schnell definiert: Lappland! Wir planten bereits im vergangenen Jahr, das Nomadenvolk der Samen zu besuchen, doch irgendwie kam immer etwas dazwischen und zusätzlich sollte vor Ort natürlich auch Schnee liegen. Für einen leidenschaftlichen Meerforellenangler, kreisen die Gedanken natürlich um den Zielfisch. Die Forelle. Die Rutenauswahl ist als Erstes getroffen. Dann fliegt der Streamer durch die Luft. Doch halt. Wir haben zwar Frühling in Deutschland, aber wie sieht es in Lappland aus? „Plock“ – die Fliege landet gedanklich auf Eis. Egal, irgendwo wird schon „was beißen“ und wenn es aus einem Loch hervorgezaubert wird! Hauptsache Road-Trip!

Go with the flow

Aufgrund der grassierenden Pandemie hatten wir unseren Partner Volvo, der Teil unseres Filmprojekts „Wild Scandinavian Way“ war, für die nächste Staffel verloren – „Das Marketing muss sparen“, hieß es damals. Wie kommen wir da jetzt also hoch? Selbst mein städtischer SUV würden in der skandinavischen Klimazone und bei starken Schneefällen versagen. Mist! Was machen wir jetzt? Der Unterschied zwischen einer Expedition und einem Abendteuer ist schnell beschrieben: Das eine läuft gut organisiert und das andere vollkommen chaotisch ab. Letzteres obliegt unserer Natur ein wenig mehr. Wir haben im Jahr 2020 gut 7 Filme gedreht, 500.000 Menschen erreicht und bei keiner einzigen Produktion gab es eine Running Order oder eine Packliste. „Go with the flow“. Auch diesmal zeichnete sich das gleiche Chaos ab, nur mit dem Unterschied, dass wir keine PKW für unser Vorhaben hatten. Ich nahm den Hörer in die Hand und rief die besten Offroad-Spezialisten Deutschlands an: die OFFROAD MANUFAKTUR HAMBURG. Der Klassiker, vom Praktikanten zum CEO: „Moin Florian, wir kennen uns noch nicht. Wir fahren nächste Woche nach Lappland und Ihr seid dabei“!. Der CEO Florian Raasch lacht und erklärt mir, dass sein Geschäftspartner Michael Schäfers gerade auf dem Rückweg von Lappland sei. Was für ein Zufall! Michael rief mich keine 5 Minuten später von der Fähre aus zurück und sagte aus der Ferne zu. Eins von diesen Telefonaten, das man so schnell nicht vergisst. Keine 5 Tage später saßen wir mit 5 Personen in einem Toyota Land Cruiser und einem VW Amarok in Richtung Lappland. Den Corona Blues hatten wir also stilvoll ausgebremst.

Reifenpanne und verpasste Chancen

Ich hatte ganz vergessen was es bedeutet, rund 2.100 Kilometer in einem Auto zurückzulegen! Mit Pausen und Fährfahrten sind das locker 32 Stunden. Von Hamburg nach Jokkmokk. Alle 5-6 Stunden Fahrerwechsel und geduldig warten auf den ersten Schnee. Die ersten weißen Flecken tauchten 2-3 Stunden hinter Stockholm auf, verschwanden aber auch wieder schnell. Plötzlich aber war sie da, die weiße Front. Der erste zugefrorene See ließ nicht lange auf sich warten. Das Gehirn benötigte einen Augenblick, um von Frühling zurück auf Winter umzuschalten. Meine Sinne vollführten Achterbahnfahrten bei jedem reißenden Bach, den wir passierten. Dann machte es plötzlich PENG! Ein Reifen vom Land Cruiser hatte sich verabschiedet und der Ersatzreifen musste aufgezogen werden. Meine Chance. Die Panne passiert direkt an einem Bach. Wie gerufen! Ich sprinte zum Kofferraum, reiße mit zittriger Hand meine 7er Rute heraus, Rolle montiert, Schnur gefädelt, Wathose? Und wenn’s ein Hecht wird? Mir egal. Braucht man hier ´ne Lizenz? Nehmen wir mal an, eher vielleicht ganz sicher nicht… Bevor die Rute fertig aufgebaut war, hatte Michael den Reifen gewechselt. Das war schier unmenschlich. Was für eine Maschine. Gut, alles wieder rein in den Wagen, es sollte eben nicht sein. Back on the road – Rubber-Duck-Style! Die Pausen waren zu jeder Zeit ein kulinarisches Highlight. Michael Schäfers von der Offroad Manufaktur hatte zu jeder Tag- und Nachtzeit unfassbar leckeres Catering vorbereitet. Der Mann hat mit seinem Land Cruiser schon die ganze Welt bereist und als studierter Geologe und Outdoor-Experte, verkörperte er eine Ikone in Sachen „Reise-Orga“.

Sehnsüchte vor weißer Kulisse

Es sollte sich herausstellen, dass wir schneller unser Ziel erreichen würden, als wir dies vorgesehen hatten. Statt morgens zwischen 7-8:00 Uhr anzukommen, wären wir gut 5 Stunden früher in Jokkmokk gelandet. Ich versuchte gegen 23:00 Uhr vollkommen übermüdet, an einem Montagabend, ein Hotel in Avidsjaur klarzumachen. Jackpot! Deutsche Stimme, netter Kerl – die Übernachtung war gesichert. Also doch nur 27 Stunden on the Road. Die letzten Stunden sind erfahrungsgemäß immer die zähsten und wir fallen alle überglücklich ins Bett.
Am nächsten Morgen wachten wir im Land des ewigen Winters auf. Eine atemberaubende weiße Kulisse. Wir setzten uns in die Autos und fuhren auf einen See und machten die ersten Beauty-Shots. Meine Gedanken weilten durchgehend bei einem Fluss, den ich auf dem Hinweg gesehen hatte. Ich musste jetzt ans Wasser, selbst wenn der Rest der Crew mir beim Fliegenfischen zugucken sollte. Erstaunlicherweise kam mein Wunsch gut an, denn alle hatten Hunger und wir kombinierten das Fischen mit dem Lunchen.

Calling Miss Smilla

Bis ich allerdings meine Angelkarte online gebucht hatte, war bereits alles umgepackt und die gesamte Crew wartete auf den Engländer, der vor dem PC der Rezeption hockte. Die Nerven verloren. Erneut ohne Karte ans Wasser. Das allerdings fühlte sich jetzt unbehaglich an und ich machte mir dann doch die Mühe, am Bach, mit Handy in der Hand, einen Crashkurs „Written-Swedish“ zu absolvieren. Die Karte war nach einer guten halben Stunde gekauft und mir die notwendige Ruhe beim Fischen gesichert. Schnell die Rute riggen, Wathose und Jacke an und los geht’s. Pustekuchen. Der Weg von der Straße zu meinem avisierten Fluss, betrug maximal 150 Meter – leider durch 1,5 Meter Tiefschnee. Mein erster Schritt landete dann auch locker 90cm tiefer, als ich ihn tatsächlich vermutet hätte. Mein Gott, wie soll das denn bitte gehen? Die Pumpe lief auf Hochtouren. Ich habe ungelogen, gut 40 Minuten für diese kurze Strecke gebraucht. Zum Glück hatte ich mich extra dick angezogen, es herrschten immerhin noch – 8 Grad – es war die Hölle, nur in kalt! Der Schweiß lief und ich war fix und fertig. Ich mache eine kleine Pause, liebäugelte mit meinem Flachmann und als ich dann Michael und Brian sah, die ganz gemütlich, nach einem ausgiebigen Lunch, in den Spurrinnen eines Schneemobils bequem Ihren Weg zum Wasser fanden Ich wurde selbstverständlich von vorne bis hinten verspottet. Und dies zurecht!

Char, Arctic Char!

Was nun folgen sollte, stellte eine der fantastischsten Casting-Sessions dar, an der ich jemals teilhaben durfte: Um mich herum Eis, Minusgrade und reißendes, Schmelzwasser. Das Wasser besaß gerade mal 1 Grad. Arctic Char heißen doch hoffentlich nicht umsonst Arctic mit Vornamen. Wir hatten dazu gut 5 Windstärken, aber mit Wind habe ich als Meerforellenangler keine Probleme. Ganz im Gegenteil. Ich liebe es bei Windstärken zwischen 4-5 zu fischen. Ich musste fast durchgehend Back-Hand werfen, aber die Schnur landete genau dort, wo sie hinsollte. Nix. Nada. Nicht mal ein Zucken. Ich machte fleißig weiter, bis die Ringe alle eingefroren waren und meine Mitstreiter genug hatten: „Ach komm Ben, da ist doch nichts drin – uns ist kalt, pack ein.“ Ich wollte es noch einmal wissen und verließ einen großen Stein, um den Fluss weiter stromab entlang einer Eiskante zu befischen. Das eiskalte Wasser reichte mir bis zur Brust, doch auch an dieser so vielversprechenden Stelle – nichts! Ich gab mich nach 1,5 Stunden mit einem Lächeln geschlagen. Egal, die Rute war nass, die Schnur hat Polarkreiswasser geschnuppert und ich war auch ohne Fisch beseelt. Mit 10 weiteren Tagen im Gepäck, fischt es sich eben entspannt.

Jokkmokk, Krille und tip of the tongue

Wir machten uns auf den Weg Richtung Polarkreis. Keine 1,5 Stunden später, entschloss Brian sich dazu, Drinks am Arctic Circle zu servieren. Michael holte seinen amtlichen Mount Everest Eispickel aus dem Gepäck und schlug am See frisches Eis für die Drinks. Rosmarin, frische Blutorangen und vorzeigbare Kübel gefüllt mit Champagner. Es ist schier großartig, einen Top-Class Koch an Bord zu haben; diesen einen Drink werde ich so schnell nicht vergessen. Die Fahrt ging weiter Richtung Jokkmokk, wo wir auf unseren Guide Per und Sami Krille treffen sollten. Nach gut 4 Stunden kamen wir in einem kleinen Dorf an und bezogen unser Base-Camp. Am frühen Abend fuhr ein PKW mit Anhänger vor und zwei sehr fit anmutende Männer luden Ski-Mobile ab. Uns war klar, dass wir nicht mit den Autos in die Berge kommen würden, aber keiner von uns hatte zuvor so ein Ding gefahren und der Respekt diesen Geschossen gegenüber, war groß. Die Tür ging auf und ein etwas genervt und konzentriert schauender Sami sagte: „Hi guys, I am Krille“ Schon an den Händen konnte man erkennen, dass dieser Kerl ein harter Hund war. Wo wir beim Thema sind: „And this is Stompy, my most important friend”. Wir boten unsere Hilfe beim Ausladen an und während wir alle anpackten, kam die vorsichtige Frage von Krille: „And, has anyone of you guys ever sat on one of these?“ ein lautes „Sure, I have, many years ago“, kam von Brian aus der zweiten Reihe. Gut, war ja klar, dass der Däne auch das schon hinter sich hatte und ich quasi das einzige Green-Horn in Sachen Ski-Mobil-Fahren war. Wir luden die restliche Logistik ab. Unser Partner Nordisk hatte uns Ihren besten Mann für die Reise abgestellt: Per Kristensen. Per war schon viele Male mit Krille auf Tour und nach einigen Bieren am ersten Abend in Jokkmokk, wurden wir als Team warm und besprachen die 4-tägige Tour durch das Naturschutzgebiet Nord-Lapplands. Die Samen sind sehr stolze Rentierhalter und -Züchter und Krille erklärte uns viel über die Stämme, deren Territorien und wie die über 140 Stämme Ihre Rentiere markieren und auseinanderhalten. Jeder Stamm hat eine eigene Schnitzmarkierung an beiden Ohren der Tiere. Ein Sami muss alle Markierungen kennen und unterscheiden können. Krille machte sich parallel daran das mitgebrachte Rentierfleisch in Salz einzulegen. Erstaunlich wie dieser Mann mit dem Messer umgehen kann. Die Sami verwerten das ganze Tier. Es gibt nur ein Körperteil, das aus einem Aberglauben heraus nicht gegessen wird: Die Zungenspitze. Angeblich leben die bösen Geister in diesem Teil des Tieres. Krille aber hielt eine ganz aufgezäumte Art das zu erklären bereit: Die meisten Bakterien befinden sich eben an dieser Zugenspitze und seit Jahrhunderten werden so die Folgegenerationen auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht. Spannend.

It’s stuck, my ass!

Am nächsten Morgen musste ich feststellen, dass ich wohl doch besser „No, thanks“ zu dem Sami-Schnaps, den Krille uns am Abend zuvor angeboten hatte, hätte sagen sollen. Zu spät. Helm auf den dröhnenden Kopf und rauf aufs Schneemobil. Mit einem: „Please be carefull, they can go up to 160 km/h”, war meine Sorge, dass ich heil wieder nachhause kommen würde, gefestigt. Ich kenne mich genau, wenn ich erstmal auf dem Ding sitze, dann……naja, erstmal halbe Kraft, wird schon. Von wegen. Da war er wieder der Tunnelblick. Mitten in der idyllischen Ferienanlage von Jokkmok den Bock erstmal zum Heulen gebracht. Dies endete schnell mit einer lauten Verwarnung, man dürfe hier nur 15 km/h fahren, aber mein Gott, ich hatte halt verstanden, wie es geht und war heiß: 150 durch die 30er Zone. Jana vom Team Offroad Manufaktur Hamburg schaffte es, mich zu toppen. Sie zerlegte den Ski-Do direkt am ersten Tag, bei der Probefahrt. Jetzt ging es ans Eingemachte. Krille sah uns ganz klar als Azubis an. Er: kein Gramm Fett am Körper. Wir: Obelix. Beeindruckend wie er das Schneemobil lenkte. Gut, ich redete mir ein, dass er den ganzen Tag auch nichts anderes täte. Das wirst Du schon schaffen. Peng, landete das € 20.000,00 Mobil im Graben. Krille guckt mich an, schüttelt den Kopf: „It’s stuck“, und seine einfache und doch sehr passende Formulierung von: „it’s stuck, my ass“, machte mir klar, was für ein Amateur ich im Schnee doch war. Dieser 170 cm große, maximal 70Kg schwere SAMI war eine Maschine. Ich dagegen bin nur ein Ersatzteil. Es dauerte keine 5 Minuten, da hatte er das Mobil aus dem Schnee gerissen und booooooom, es ging weiter. Ich feierte ihn und freute mich wie ein Schneekönig, diesen grandiosen Typen kennengelernt zu haben. Aber die nächste Prüfung ließ nicht lang auf sich warten.

Kamel mit 4 Höckern

Wir versuchten bei 6 Windstärken ein Zelt und Lager für die Nacht aufzubauen. Dafür braucht man im Schnee Stöcke für den Unterbau. Per hatte das neuste Equipment von NORDISK an Bord – ein amtliches Baumwollzelt. Die Hölzer mussten wir mit der Axt schlagen. Wir verteilten uns mit den Ski-Dos in alle Himmelsrichtungen und wenn wir eines hatten, dann war es Zeit. Oder doch nicht? Meine Wahrnehmung hatte sich verändert und ich hatte vergessen, dass der arktische Frühling, kurze Tage und lange Nächte mit sich brachte. Die Sonne war schnell verschwunden und unser Camp stand noch nicht. Das nächste Problem war der Wind. Mit Michael Schäfers hatten wir einen echten Profi dabei. Das merkte auch Krille schnell. Die beiden stimmten sich mit Per ab und dann war klar, hier übernachten wir nicht! Alles wieder aufladen. Es musste ein windstiller Ort her, den wir im Dunkeln mit der Beleuchtung der Schneemobile finden mussten. Nicht ungefährlich. Der Sami war jetzt unsere Lebensversicherung. Völlig übermüdet fanden wir einen halbwegs windstillen Platz und Brian machte sich daran, ein Feuer zu entfachen und zu kochen. Die Feuerstelle landete 20 Minuten später gut 1,5 Meter tiefer auf dem Boden. Das gleiche sollte später mit unseren warmen Körpern im Zelt passieren. Brian servierte Rentierherz und Rentierzunge als Eintopf und ein erstklassiger Scotch drückte uns sanft in die – 20 Grad Schlafsäcke von NORDISK. Was folgte war eine Nacht voller Bewegung. Es fühlte sich an, als würde man auf einem Kamel mit vier Höckern übernachten. Anstrengend. Eins war klar, es ging langsam Richtung Muttererde. Nur einer wollte nicht im Zelt schlafen: Michael Schäfers. Abseits grub er sich ein Loch und genoss allein den sternenklaren arktischen Himmel. Wölfe? Bären? Ganz egal, Hauptsache in der Natur und allein.

Come back in summertime, Ben!

Next morning there were five huge depressions inside in the tent. I got up first thing, crawled to my Ski-Do and got my rod ready. There was a small river just round the corner, I could tell from Google maps. No one knows how the Swedes manage it, but behind every fir tree – 5G reception. Even in a nature reserve. Unbelievable. It took me a while to get into the water in my waders. A beautiful sunrise was the reward. But again, no bite. I packed up a little despondant, and when I got back to camp Krille just said dryly: “Fly fishing Ben? You should come back in the summer.” The rest of the team started to make fun of me: “If you catch anything up here Ben, I’ll run naked around the fire tonight,“ a statement I hoped Brian would regret. We packed up all the stuff, took down the tent and got on the snowmobiles. We headed up into the mountains. Krille wanted to introduce us to a special Sámi – Tommy. When we arrived at the foot of the mountain, there was a briefing on what to do in case of emergency. It was important not to get off the narrow tracks, and to pay attention to the man (or men) in front and behind.

It took a good two hours until we arrived at Tommy’s place. Krille had explained to us that Tommy had lived up here completely alone since 1975. He rarely had visitors and was also a little worried that we city dwellers would bring the terrible virus with us. Daily tests were ensuring safety, and Tommy quickly understood that we were a professional production team. What a great guy! Tommy lives with his dog and some animals at 800 metres altitude in deepest Lapland, completely alone. And it turned out he owns all the fishing rights for the surrounding lakes and rivers. We quickly got talking and I hoped for some insights. He’s been fly fishing since the late 1960s and, like Krille, he just said dryly: “Come back in summertime Ben. You’ll love it.“ Oh dear. My chances of landing a fish had dropped dramatically.

Wenn die Fische wach sind

Tommy führte uns noch tiefer ins Gelände, an einen kleinen See. Er zeigte uns einige Löcher und erklärte uns, wie er im Winter fischen würde. Er zog ein Netz aus dem einen Loch und spannte eine lange Schnur zum etwa 50 Meter entfernten zweiten Loch. OK, verstanden – die beiden Löcher waren miteinander verbunden. Doch wie hatte er das Netz unter dem Eis entlang gezogen hatte: „That’s my secret my friend“. Endlich Fisch! Eine wunderschöne Seeforelle von gut 1,5 Kilo war ins Netz gegangen. Ein Traumfisch an der Fliege. Aber ich hatte verstanden, Lappland geht im Winter halt anders. Wir bauten das Zelt wieder auf und bohrten darin einige Löcher ins Eis. Krille und Tommy setzten sich mit Eisangeln auf Rentierfelle und ich blieb draußen. Gut, jetzt muss doch mal was beißen. Mit einem Sortiment von Spinnruten, kassierte ich das nächste Schmunzeln der Sami und jede gebastelte Gummifisch-Blinker Kombi, sorgte nur für weiteren Spot und Hohn. Es rührte sich nichts an der Angel. Dann kam der Schrei. Zu meinem Erstaunen hatte Jana vom Team OFFRD MANUFAKTUR HAMBURG einen Saibling gefangen. Auch das noch. Brian lachte müde: „Lass Dir mal von der Frau erklären, wie das geht, mein Lieber“. Ich brach mit einem Lächeln ab, denn Jana freute sich so sehr, dass man sich einfach nur mit ihr freuen konnte. Der Fisch war wunderschön, aber zu klein und ging zurück. Tommy beschwerte sich milde, denn hier wird eigentlich alles mitgenommen, was gefangen wird. Janas Mitleid war größer. Tommy machte ein Feuer und Brian kochte wieder großartiges Rentierfleisch. Die Forelle wurde klassisch gebraten und ich gab mich geschlagen, Tommy und Krille hatten Recht: Hierher muss ich im Sommer wiederkommen, wenn die Fische wach sind.

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