F.Dick Knive Series 1905

JUDGED BY MATTHIAS VON REIMERSDAHL

Klingengeometrie? Top!
Schliff? Top!
Klingenmaterial? Bei dieser Preislage habe ich nichts zu beanstanden!
Handhabung? Liegt gut in der Hand!

Diese Kriterien kann Dick, einer der wenigen Messerhersteller in Deutschland problemlos erfüllen. Schließlich liegen im Firmensafe die Erfahrungsschätze seit 1778. Damit dürfte Dick auch den Anspruch des Alterspräsidenten unter der noch in Deutschland produzierenden Messer Manufakturen Gilde innehaben. Dick Messer sind aufgrund von Formgestaltung und der Materialauswahl im Klingenstahl und vor allem im Griff die erste Wahl der Profis. Die Messer verzeihen fast alles! Nur die Geschirrspülmaschine kann den scharfen Werkzeugen auf Dauer den Garaus machen. Also Finger weg und wascht die Messer per Hand ab. Das hat bislang noch keinem geschadet!

Warum nun finde ich diese Arbeitstiere so selten in der heimischen Küche vor? Warum stellen sie nur bei Koch, Fleischer, Zerleger etc. erste Wahl dar? Warum kauft Frau sich nicht ein Messer, aus dieser vermeintlich ersten Wahl auf allen Gebieten? Weil sie schwer sind. Weil sie für Männerhände gemacht worden sind. Hat etwa die Stimme der Frauen zu wenig Gewicht in der Esslinger Produktentwicklung?

Das Design ist seit 1905, nur marginal verändert worden das Erscheinungsjahr ist auch gleichzeitig der Namensgeber der Serie, mit der wir uns heute befassen. Um die Balance des Messers zwischen Griff und Klingengröße zu gewährleisten, sind in den Kunststoff des Griffes Metallringeeingearbeitet worden. Funktional ja – aber ist das der Weg, um in die heimische und zivile Küche einziehen zu können?

Der Messermarkt ist hart umkämpft. Dick Messern stehen die heimischen Solinger Manufakturen, die sich seit Jahren ebenfalls ihre Nische auf dem Markt eroberthaben, aber auch französische Produkte, die von sich behaupten, die Wiege des europäischen Kochmessers zu sein sowie die Spezialisten aus – ihr ahnt es bereits: Japan, gegenüber. Das klingt alles nicht einfach für das Traditionsunternehmen mit einer solchen Historie! Und dennoch sind es die leisen, fleißigen Esslinger, die es mit Niederlassungen in der ganzen Welt geschafft haben, 240 Mitarbeiter am Standort Deutschland voll zu beschäftigen. Konstanz, Qualität, Fleiß, lange Produktlebensdauer, das sind die Garanten für das Vertrauen in diese Messer.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Esslinger es nicht noch schaffen werden, die heimischen Besteckschubladen, die Magnetleisten oder Messerblöcke derer zu erobern, die nicht nur das selbstzubereitete Essen, sondern auch den Weg dorthin, gebührend feiern möchten.

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